Alpenländische Dachsbracke
FCI-Gruppe 6 · Sektion 2 · Schweißhunde
Alpenländische Dachsbracke
Die Alpenländische Dachsbracke (Alpine Dachsbracke) stammt aus Österreich und ist ein robuster, wetterharter Gebrauchshund des Bergjägers. Wichtig zu wissen: Rassetypisch dokumentiert ist eine erbliche spinozerebelläre Ataxie (neurodegenerative Erkrankung), die mit einer Missense-Variante im SCN8A-Gen assoziiert wurde (Letko et al. 2019, Genes 10(5):362) …
Größe
♂ 34–42 cm · ♀ 34–42 cm
Gewicht
♂ 15–18 kg · ♀ 15–18 kg
Lebenserwartung
10–12 Jahre
Aktivität
Hoch
Kosten / Monat
ca. 80–160 €
Rasseportrait
kostenrechner
Rassen-Check
🔒 Verhaltenswissenschaft
🔒 Lernportal
Faq
Steckbrief
FCI-Gruppe
Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 2 (Schweißhunde), FCI-Standard Nr. 254 — 10.10.1995 (Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards; deutsche Fassung veröffentlicht am 18.06.1996)
Herkunft
Österreich
Größe
Rüde: 34–42 cm Widerristhöhe (FCI-Standard; Idealgröße für Rüden 37–38 cm; Werte unter 34 cm oder über 42 cm sind disqualifizierende Fehler) · Hündin: 34–42 cm Widerristhöhe (identische FCI-Spanne; Idealgröße für Hündinnen 36–37 cm; keine getrennte Größenvorgabe im Standard)
Gewicht
Rüde: ca. 15–18 kg (der FCI-Standard macht keine Gewichtsvorgabe; Praxis-Richtwert aus mehreren Rasseportalen) · Hündin: ca. 15–18 kg (Praxis-Richtwert; Hündinnen tendenziell am unteren Ende der Spanne)
Lebenserwartung
ca. 10–12 Jahre (Quellen variieren; mehrere Rasseportale nennen 10–12 Jahre, einige bis 14 Jahre; keine peer-reviewte Lebenserwartungsstudie für diese seltene Rasse gefunden — unsicher, weitere Prüfung empfohlen)
Fellfarben
Laut FCI-Standard: Die Behaarung besteht aus sehr dichtem Stockhaar mit dichter Unterwolle, das den ganzen Körper bedeckt und gut anliegt. Idealfarben sind (1) dunkles Hirschrot mit oder ohne leichte schwarze Stichelung sowie (2) schwarz mit klar abgegrenzter rot-brauner Brandzeichen an Kopf (Vieräugl), Brust, Läufen, Pfoten und Rutenunterseite; ein weißer Bruststern ist erlaubt.
Aktivitätslevel
Hoch — Der FCI-Standard beschreibt die Alpenländische Dachsbracke mit »klugem und freundlichem Gesichtsausdruck« und einem »unerschrockenen Wesen« — eine …
Pflegeaufwand
Gering — Das Fell der Alpenländischen Dachsbracke ist ein sehr dichtes, gut anliegendes Stockhaar mit dichter Unterwolle — wetterfest und praktisch selbstreinigend.
Anfängergeeignet
Kein pauschales Ja oder Nein: Der Dachsbracke ist grundsätzlich freundlich, robust und lernwillig, und das kurze, wetterfeste Doppelfell ist sehr pflegeleicht. Gleichzeitig bringt er als Schweiß- und Brackenhund eine stark ausgeprägte, unabhängig arbeitende Nasenarbeit mit — ein zuverlässiger Freilauf-Gehorsam auf einer intensiven Fährte ist ebenso schwer zu erreichen wie beim Beagle, und der Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf ist hoch. Wer Grundwissen über Lerntheorie, realistische Erwartungen an den Rückruf und einen sicher eingezäunten Auslauf mitbringt, kommt gut zurecht; ohne diese Voraussetzungen wird die Rasse leicht unterschätzt oder unterfordert gehalten.
Listenhund-Status
Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 21.08.2026)
Geschätzte Kosten
Anschaffung 600–2.200 € · laufend ca. 80–160 €/Monat — Details im Kostenrechner unten
Herkunft & Geschichte
Die Alpenländische Dachsbracke (Alpine Dachsbracke) stammt aus Österreich und ist ein robuster, wetterharter Gebrauchshund des Bergjägers. Laut FCI-Standard dient sie als Schweißhund zur Nachsuche auf Schalenwild und zur Bracktierjagd auf Hase und Fuchs — eine Aufgabe, die sie in steilem, unwegsamem Berggelände erfüllen muss. Der Standard hält fest, dass bereits im Altertum Jagdhunde im Einsatz waren, deren Erscheinungsbild der heutigen Dachsbracke verblüffend ähnlich war.
Kronprinz Rudolf von Habsburg ließ 1881 und 1885 von seinen Berufsjägern aus Mürzsteg und Ischl Alpenländische Dachsbracken auf Jagdausflüge mitführen. 1932 wurde die damals noch als »Alpenländische-Erzgebirgler Dachsbracke« bezeichnete Rasse von den kynologischen Dachverbänden Österreichs als dritte Schweißhunderasse anerkannt. 1975 wurde der Name auf »Alpenländische Dachsbracke« geändert und die FCI sprach Österreich das Ursprungsland zu. 1991 wurde die Rasse von der FCI in die Sektion der Schweißhunde eingereiht — bis heute ein wesentlicher Bestandteil der jagdlichen Brauchtums- und Gebrauchshundezucht im Alpenraum.
Der Name »Dachsbracke« verweist auf die kurzläufige (niederläufige) Bauform und die Verwandtschaft mit den Bracken (Laufhunden); der Zusatz »Alpenländische« kennzeichnet das österreichische Ursprungsgebiet. Trotz ihrer langen jagdlichen Tradition ist die Rasse außerhalb des Alpenraums und ihres jagdlichen Einsatzes nur wenig verbreitet und zählt zu den seltener gehaltenen Hunderassen.
Wesen & Charakter
Der FCI-Standard beschreibt die Alpenländische Dachsbracke mit »klugem und freundlichem Gesichtsausdruck« und einem »unerschrockenen Wesen« — eine Charakterisierung, die kein Zufall ist, sondern das Ergebnis einer langen Funktionszucht. Als Schweiß- und Brackenhund wurde sie darauf selektiert, im unwirtlichen Berggelände eine Wund- oder Hasenspur ausdauernd und selbstständig über die Nase zu verfolgen und Wild zu stellen bzw. anzuzeigen.
In der ursprünglichen Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) bleiben beim Lauf- und Schweißhund die vorderen Glieder — Orientieren, Fixieren und das ausdauernde Verfolgen über die Nase — besonders stark erhalten und werden zum eigenständigen, dominanten Arbeitsmuster, während Fangbiss und Tötungsbiss dem Jäger überlassen bleiben und vom Hund selbst nicht gefordert sind. Diese Zuordnung ist eine Erweiterung auf Basis der breiteren Coppinger-Literatur zu Scent Hounds, keine wörtliche Modul-4a-Aussage; sie ist aber mit der im FCI-Standard beschriebenen Funktion konsistent.
Das »unerschrockene« Wesen und die Wetterfestigkeit sind funktionale Arbeitsmerkmale: Der Hund muss Kälte, Nässe und grobes Gelände ertragen und darf sich von schwierigen Bedingungen nicht einschüchtern lassen. Zugleich ist die Dachsbracke ein freundlicher, dem Menschen zugewandter Familienhund. Wichtig für die Einordnung: Die stark ausgeprägte Nasenarbeit und das eigenständige Arbeiten in einiger Entfernung vom Führer sind Wesensmerkmale der Rasse (Zuchtzweck) — alltägliches Verhalten wie Bellen, Ziehen an der Leine, selektives »Hören« oder Anhänglichkeit dagegen ist Ausdruck von Lernen, Erregung und Verstärkung, nicht einer vererbten »Eigenständigkeit« aus dem Zuchtzweck.
Rasseberatung & Rassen-Check
Passt Alpenländische Dachsbracke zu dir?
Finde es heraus: kostenloser Rassen-Check in 3 Minuten — oder persönliche Rasseberatung (45 Min., 80 €).
Erziehung & Beschäftigung
Der Dachsbracke ist über positive Verstärkung gut zu führen: Futter und Spiel sind wirksame Verstärker, und die Rasse lernt zuverlässig, wenn klar und konsequent gearbeitet wird. Von Dominanz- oder »Rudelführer«-Ansätzen ist grundsätzlich abzuraten — sie sind wissenschaftlich überholt (Mech, Boitani) und für einen kooperativen, futterorientierten Jagdhund wenig zielführend.
Der entscheidende Punkt ist die Nasenarbeit: Da die Rasse selektiv auf eigenständiges, weit vom Führer entferntes Verfolgen einer Spur gezüchtet wurde, ist ein hundertprozentig zuverlässiger Freilauf-Gehorsam in der Nähe einer interessanten Fährte kaum realistisch. Das ist kein Ungehorsam, sondern eine strukturelle Eigenschaft der Rasse. Der Rückruf sollte deshalb systematisch über eine Ablenkungs- und Distanzhierarchie aufgebaut werden, beginnend in reizarmer Umgebung; eine sichere, lückenlose Einzäunung ist keine Option, sondern Grundvoraussetzung.
Am besten entspricht die ursprüngliche Zuchtbestimmung eine gezielte Kanalisierung des Such- und Fährteninstinkts: Nasenarbeit, Fährten- bzw. Schweißarbeit, Mantrailing und kontrollierte Suchspiele bieten artgerechte geistige Auslastung und reduzieren unerwünschtes eigenmächtiges Auf-Fährte-Gehen im Alltag. Ergänzend braucht die Rasse viel körperlichen Auslauf im Gelände. Beim Training von Such- und Ruhephasen sollte man sich des Extinktionsbursts bewusst sein: Lässt man eine zuvor belohnte Handlung (z. B. Betteln oder Fordern) konsequent unbeantwortet, steigt die Intensität kurzzeitig an, bevor sie abklingt — in genau diesem Moment darf man nicht nachgeben. Hundeschulen mit Angeboten zu Rückruftraining unter Ablenkung, Nasenarbeit und Mantrailing sind für diese Rasse besonders empfehlenswert.
Das Rassen-Quiz
Teste dein Alpenländische Dachsbracke-Wissen
Das Rassen-Quiz mit Fragen zu Wesen, Haltung und Erziehung — für 1,99 €.
Pflege & Gesundheit
Das Fell der Alpenländischen Dachsbracke ist ein sehr dichtes, gut anliegendes Stockhaar mit dichter Unterwolle — wetterfest und praktisch selbstreinigend. Der Pflegeaufwand ist im Rassenvergleich gering: gelegentliches Bürsten genügt, eine Schur ist nicht nötig. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle und Reinigung der langen Hängeohren, da diese die Luftzirkulation im Gehörgang einschränken und so die Anfälligkeit für Ohrenerkrankungen erhöhen (typisches Thema vieler Hängohrrassen).
Rassetypisch dokumentiert ist eine erbliche neurologische Erkrankung: die spinozerebelläre Ataxie, für die eine Missense-Variante im SCN8A-Gen beschrieben wurde (Letko et al. 2019, Genes 10(5):362, peer-reviewed). Diese neurodegenerative Erkrankung tritt bei betroffenen Hunden auf und ist über einen Gentest nachweisbar; genetische Fachinstitute wie das Institut für Genetik der Universität Bern, das UC Davis Veterinary Genetics Laboratory und Genomia bieten entsprechende Tests an. Für eine verantwortungsvolle Zucht sind solche Tests von Bedeutung, um die Verbreitung des Gendefekts zu reduzieren.
Der kurzläufige (niederläufige) Körperbau ist ein funktionales Rassemerkmal für die Arbeit im Gebirge. Nach redaktioneller Einordnung des Lexikons ist die Alpenländische Dachsbracke deshalb KEIN Qualzucht-Fall im Sinne des § 11b TierSchG: Der FCI-Standard verlangt ausdrücklich einen robusten, starkknochigen Körperbau und stufte »schwachen Knochenbau« als Fehler ein — es wird also nicht auf ein jedes Tier schädigendes Merkmal gezüchtet. Ein rasseweites, dokumentiertes Bandscheibenvorfall-Risiko (Chondrodystrophie/CDDY) speziell für die Alpenländische Dachsbracke liegt in der mir vorliegenden Literatur nicht vor; die allgemeine Diskussion zu kurzläufigen Rassen sollte hier als unsicher, weitere Prüfung empfohlen vermerkt werden. (§ 11b TierSchG ist ein behördlicher Prüfmaßstab; die Einstufung der einzelnen Rasse obliegt letztlich den zuständigen Behörden.)
Für wen geeignet?
Verhaltenswissenschaft
Die verhaltensbiologischen Hintergründe zu diesem Thema — exklusiv freischaltbar mit kostenlosem Konto.
Was kostet ein Alpenländische Dachsbracke wirklich?
Größe, Pflegeaufwand und Gesundheitsrisiko fließen direkt aus dem Steckbrief ein — keine erfundenen Zahlen, nur nachvollziehbare Spannen.
BERECHNET
Alle Werte sind Bandbreiten (keine Einzelpreise), basierend auf Referenzwerten (Fressnapf, zooplus, VDH, GOT). Gesundheits-Aufschlag = transparenter Prozentsatz.
Warum verhält sich ein Alpenländische Dachsbracke wirklich so?
Hintergründe aus der Verhaltensbiologie zu Instinkt, Domestikation und Körpersprache — exklusiv für Newsletter-Abonnent:innen mit Hunderassenlexikon-Konto.
SCHALTUNG
NÖTIG
Lernportal Rassenkunde
Lerne alles über den Alpenländische Dachsbracke. Mit echtem Quiz.
Das Quiz zu diesem Portrait: 26 geprüfte Fragen — für Hundehalter, die es genau wissen wollen, und für angehende Trainer auf dem Weg zum Hundeführerschein.
Einzelkurs
Rassenkunde: Alpenländische Dachsbracke
26 Fragen · FCI-Gruppe 6 · Halter-Basis & Trainer-Vertiefung · Ethologie-Modul · unlimitierter Zugriff nach Kauf
1,99 € einmalig
Gesamtzugang
Alle Rassen — unbegrenzt
Zugang zu allen verfügbaren Rassenkunde-Kursen (360+ Rassen wachsend) · alle Schwierigkeitsebenen · alle Ethologie-Module · ideal für Trainer-Ausbildung
59,99 € einmalig · alle Rassen
Inklusive im Konto
Verhaltenswissenschaft 🔒
Instinkt, Domestikation, Körpersprache — exklusiv für Newsletter-Abonnent:innen mit Hunderassenlexikon-Konto. Kostenlos freischaltbar.
0 € mit Konto + Newsletter
Häufige Fragen zum Alpenländische Dachsbracke
Kein pauschales Ja oder Nein: Die Grunderziehung über positive Verstärkung ist unkompliziert und das Fell pflegeleicht — die stark ausgeprägte, unabhängig arbeitende Nasenarbeit und der hohe Bewegungsbedarf machen einen zuverlässigen Freilauf-Gehorsam aber zu einer anspruchsvollen Aufgabe. Mit Grundwissen zu Lerntheorie, realistischen Rückruf-Erwartungen und einem sicher eingezäunten Auslauf ist die Rasse gut machbar.
Ihr selektierter Fährtentrieb lässt auf einer intensiven Spur andere Sinnesreize, einschließlich des Rückrufs, stark in den Hintergrund treten — das ist kein Ungehorsam, sondern ein sensorischer Fokuszustand, der für den Schweiß- und Brackenhund funktional ist.
Als Jagdhund hat sie einen hohen Bewegungsbedarf und braucht zusätzlich gezielte geistige Auslastung über Nasenarbeit — lange Spaziergänge allein reichen oft nicht; Fährten-, Schweiß- und Sucharbeit sowie strukturierte Suchspiele sind die artgerechteste Ergänzung.
Nein. Sie steht in keinem der 16 Bundesländer auf einer Rasseliste für gefährliche Hunde — weder bundesweit noch landesrechtlich.
Dokumentiert ist eine erbliche spinozerebelläre Ataxie, assoziiert mit einer SCN8A-Missense-Variante (Letko et al. 2019). Sie ist über einen Gentest nachweisbar; verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Zuchttiere testen, um die Verbreitung des Gendefekts zu reduzieren. Interessenten sollten vom Züchter die entsprechenden Gesundheitsnachweise verlangen.
Verwandte Rasseportraits
Dachshund (Teckel)
Drever (Schwedische Dachsbracke)
Passt Alpenländische Dachsbracke wirklich zu dir?
Zwei Wege zur ehrlichen Antwort — kostenlos testen oder persönlich beraten lassen.
Der Rassen-Check
10 Fragen zu deinem Alltag, ehrliche Passungs-Prozente aus 362 FCI-Rassen — inklusive Gesundheits- und Tierschutz-Hinweisen.
Kostenlos · ohne Anmeldung Zum Rassen-Check →Die Rasseberatung
In 45 Minuten klären wir gemeinsam, ob diese Rasse zu deinem Leben passt — mit Blick auf Erfahrung, Zeit, Wohnsituation und Familie.
45 Minuten · 80 € inkl. MwSt. Rasseberatung anfragen →Mehr Rassen, mehr Kostenklarheit.
Das Hunderassenlexikon wächst mit jeder Rasse — redaktionell geprüft, mit eigenem Kostenrechner und Lernquiz.