Basset Fauve de Bretagne

FCI-Gruppe 6 · Sektion 1.3 · Kleine Laufhunde, mit Arbeitsprüfung
Basset Fauve de Bretagne
Der Basset Fauve de Bretagne stammt aus der Bretagne, der nordwestfranzösischen Region, und gehört zur Familie der französischen Laufhunde. Wichtig zu wissen: Primäres Offenwinkelglaukom (POAG) — rassespezifisch dokumentierte Erbkrankheit, assoziiert mit einer Missense-Mutation (G519S) im ADAMTS17-Gen (Oliver et al. 2015, PLoS ONE; autosomal-rezessives Vererbungsmuster: erkrankt sind homozygote Tiere); der britische Kennel Club führt seit Oktober 2023 …
Größe
♂ 32–38 cm · ♀ 32–38 cm
Gewicht
♂ 16–18 kg · ♀ 16–18 kg
Lebenserwartung
10–14 Jahre
Aktivität
Hoch
Kosten / Monat
ca. 70–160 €
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Steckbrief
FCI-Gruppe
Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.3 (Kleine Laufhunde, mit Arbeitsprüfung), FCI-Standard Nr. 36 — 25.03.2003 (Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards; deutsche Fassung vom 21.05.2003, Übersetzung Elke Peper; englische Fassung vom 05.05.2003)
Herkunft
Frankreich (Bretagne)
Größe
Rüde: 32–38 cm Widerristhöhe (FCI-Standard nennt keine geschlechtsspezifische Trennung: Rüden und Hündinnen mindestens 32 cm, höchstens 38 cm, mit einer Toleranz von 2 cm mehr bei außergewöhnlichen Rassevertretern) · Hündin: 32–38 cm Widerristhöhe (identische FCI-Vorgabe wie beim Rüden; der Standard nennt keine eigene Größenangabe für Hündinnen)
Gewicht
Rüde: ca. 16–18 kg (FCI-Standard macht keine Gewichtsvorgabe; Praxis-Richtwerte: Purina UK nennt 16–18 kg für die Gesamtrasse, die englische Wikipedia 36–40 lbs ≈ 16,3–18,1 kg; eine belastbare geschlechtsspezifische Trennung ist in den verfügbaren Quellen nicht belegt) · Hündin: ca. 16–18 kg (Spanne der Gesamtrasse, Praxis-Richtwert; FCI-Standard macht keine Gewichtsvorgabe und die verfügbaren Quellen trennen nicht nach Geschlecht — eine etwas geringere Tendenz bei Hündinnen ist plausibel, aber nicht belegt, daher hier bewusst keine eigene Zahl genannt)
Lebenserwartung
10–14 Jahre (Quellen variieren deutlich: Purina UK nennt 10–12 Jahre, Dogs New Zealand 11–14 Jahre, der britische Kennel Club ordnet die Rasse mit „über 12 Jahre“ ein; eine peer-reviewte Primärstudie speziell zur Lebenserwartung der Rasse wurde nicht gefunden)
Fellfarben
Laut FCI-Standard: falbfarben, von goldener Weizenfarbe bis hin zu ziegelrot. Einige wenige verstreute schwarze Haare auf dem Rücken und auf den Behängen werden toleriert. Gelegentlich findet sich ein kleiner weißer Stern an der Brust — dieser sollte laut Standard nicht gefördert werden. Das Haar ist sehr rau, hart, ziemlich kurz und nie wollig oder gelockt.
Aktivitätslevel
Hoch — Der FCI-Standard beschreibt die Bassets Fauves de Bretagne als leidenschaftliche Jäger, die zugleich ausgezeichnete Begleiter des Menschen sind: „zutraulich …
Pflegeaufwand
Gering — Das sehr raue, harte, ziemlich kurze Haarkleid ist im Rassenvergleich pflegeleicht: regelmäßiges Bürsten sowie gelegentliches Trimmen (Handtrimmen/Strippen, um die harte …
Anfängergeeignet
Kein pauschales Ja oder Nein: Der Basset Fauve de Bretagne ist menschenbezogen, zutraulich und über Futter und Spiel gut belohnungsmotiviert, was die Grunderziehung erleichtert — sein sehr stark ausgeprägtes, eigenständiges Fährtenarbeiten macht einen zuverlässigen Freilauf-Gehorsam aber zu einer anspruchsvollen Trainingsaufgabe, und sein hoher Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf (der britische Kennel Club gibt über zwei Stunden Auslauf pro Tag an) ist eine echte Haltungsvoraussetzung. Wer Grundwissen über Lerntheorie, realistische Erwartungen an den Rückruf und einen sicher eingezäunten Garten mitbringt, kommt gut zurecht; ohne diese Voraussetzungen wird die Rasse schnell unterschätzt oder unterfordert gehalten.
Listenhund-Status
Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 21.08.2026)
Geschätzte Kosten
Anschaffung 600–2.500 € · laufend ca. 70–160 €/Monat — Details im Kostenrechner unten
Herkunft & Geschichte
Der Basset Fauve de Bretagne stammt aus der Bretagne, der nordwestfranzösischen Region, und gehört zur Familie der französischen Laufhunde. Wie der FCI-Standard festhält, hat dieser kleine Basset die gleichen Vorzüge wie die Rasse, von der er abstammt — den Griffon Fauve de Bretagne: Er wurde als Laufhund für die Jagd auf Kaninchen, Hase, Fuchs, Rehwild und Schwarzwild gezüchtet, wobei seine außergewöhnliche Begabung für die Kaninchenjagd ihn in Frankreich mehrfach zu Meisterehren führte. Bereits im 19. Jahrhundert in seinem Ursprungsgebiet sehr beliebt, machte sich die Rasse während der letzten 30 Jahre des 20. Jahrhunderts auch auf nationaler Ebene einen Namen; das VDH-Rasselexikon datiert den nationalen Bekanntheitsschub auf die Zeit seit den 1970er-Jahren.
Historisch wird die Fauve-Familie auf den größeren Grand Fauve de Bretagne zurückgeführt, der heute als ausgestorben gilt (Sekundärquelle englische Wikipedia). Überliefert ist außerdem ein Gerücht, die Rasse sei nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu ausgestorben und mit rauhaarigen Dackeln neu aufgebaut worden — der französische Rasseclub dementiert diese Darstellung ausdrücklich; die Rassebestände seien nie so niedrig gewesen. In Frankreich wurden im Jahr 2002 rund 1.060 Welpen der Rasse neu registriert (englische Wikipedia, als Sekundärquelle gekennzeichnet).
Im Vereinigten Königreich stand die Rasse bis 2007 auf der seltenen-Rassen-Liste (Rare Breed Register) des Kennel Club und wird seither als Show- und Familienhund geführt; der American Kennel Club (AKC) erkannte die Rasse im Jahr 2026 vollständig an (Ankündigung Dezember 2025). In Deutschland ist der Basset Fauve de Bretagne eine seltene Rasse; zuständiger VDH-Rasseclub ist der Verein für Französische und Schweizer Laufhunde e.V. (CCFS).
Wesen & Charakter
Der FCI-Standard beschreibt die Bassets Fauves de Bretagne als leidenschaftliche Jäger, die zugleich ausgezeichnete Begleiter des Menschen sind: „zutraulich, liebevoll und ausgeglichen“, die sich jedem Gelände anpassen und auf der Jagd „mutig, raffiniert und hartnäckig“ arbeiten. Diese Beschreibung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer über Jahrhunderte gezielten Funktionszucht: Als Laufhund wurde der Basset Fauve nicht auf engen Blickkontakt und sofortige Kommandofolge selektiert, sondern auf eigenständiges, ausdauerndes Verfolgen einer Bodenfährte in einiger Entfernung vom Jäger.
In der ursprünglichen Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) bleiben beim Laufhund die ersten Glieder — Orientieren, Fixieren, Hinterherjagen — besonders stark ausgeprägt und werden zum eigenständigen, dominanten Verhaltensmuster, während Fangbiss und Tötungsbiss dem Jäger überlassen bleiben und vom Hund nicht gefordert sind. Diese Zuordnung ist eine Erweiterung auf Basis der breiteren Coppinger-Literatur zu Laufhunden/Scent Hounds und kein wörtliches Zitat aus Modul 4a, sie ist aber mit der im FCI-Standard beschriebenen Verwendung konsistent.
Ein weiteres rassetypisches Merkmal ist die Lautfreude: Laufhunde geben auf einer Fährte „Laut“ (Baying), damit der Jäger sie akustisch orten kann; die Intensität nimmt mit der Nähe zum Wild zu. Im Alltag wird genau dieses funktionale Kommunikationsmittel häufig als störend empfunden. Dazu kommt das Erscheinungsbild: Mit 32–38 cm Widerristhöhe und 16–18 kg ist der Basset Fauve ein kleiner, kompakter, für seine Größe schneller Hund — das VDH-Rasselexikon betont seine „enorme Energie gepaart mit außerordentlicher Zähigkeit“. Wer ihn mit dem deutlich schwereren und ruhigeren Basset Hound verwechselt, unterschätzt seinen Bewegungsdrang erheblich.
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Erziehung & Beschäftigung
Der Basset Fauve de Bretagne arbeitet laut FCI-Standard eigenständig und jagdlich; das VDH-Rasselexikon formuliert dazu einen für die Rasse zentralen Grundsatz: Er schätzt im Rahmen der Erziehung weder Härte noch Unterdrückung, sondern erreicht Ziele am besten, wenn man ihn als Partner gewinnt, der das Gefühl hat, mitentscheiden zu dürfen. Positives, belohnungsbasiertes Training mit klarer Verstärkung ist daher der Weg der Wahl; Dominanzansätze sind wissenschaftlich überholt und für diesen kooperativen Lerntyp wenig zielführend.
Beim Rückruf gelten realistische Erwartungen: Da die Rasse selektiv auf eigenständiges, vom Hundeführer entferntes Fährtenarbeiten gezüchtet wurde, ist ein hundertprozentig zuverlässiger Freilauf-Gehorsam in der Nähe einer interessanten Fährte kaum realistisch zu erreichen — das ist keine Sturheit, sondern eine strukturelle Eigenschaft der Rasse. Der Rückruf sollte systematisch über eine Ablenkungs- und Distanzhierarchie aufgebaut werden, beginnend in reizarmer Umgebung; eine sichere, lückenlose Einzäunung des Gartens ist keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung der Haltung.
Am besten entspricht der ursprünglichen Zuchtbestimmung eine gezielte Kanalisierung des Fährteninstinkts: Nasenarbeit, Fährtenarbeit und Mantrailing bieten artgerechte geistige Auslastung und reduzieren gleichzeitig unerwünschtes eigenmächtiges Auf-Fährte-Gehen. Der Bewegungsbedarf ist hoch — der britische Kennel Club nennt über zwei Stunden aktiven Auslauf pro Tag. Hundeschulen mit Angeboten zu Rückruftraining unter Ablenkung sowie zu Nasenarbeit/Mantrailing sind für diese Rasse besonders empfehlenswert.
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Pflege & Gesundheit
Das sehr raue, harte, ziemlich kurze Haarkleid ist im Rassenvergleich pflegeleicht: regelmäßiges Bürsten sowie gelegentliches Trimmen (Handtrimmen/Strippen, um die harte Haarstruktur zu erhalten) genügen laut VDH-Rasselexikon; eine Schur ist nicht nötig, das Fell haart aber (der britische Kennel Club führt „Sheds: Yes“). Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der langen Hängeohren — sie schränken die Luftzirkulation im Gehörgang ein, was das in der Umfrage des Basset Fauve de Bretagne Club of America (2024) berichtete gehäufte Auftreten von Otitis und Hefeinfektionen erklärt.
Das rassespezifisch am besten dokumentierte Gesundheitsrisiko ist das primäre Offenwinkelglaukom (POAG): Eine Missense-Mutation (G519S) im ADAMTS17-Gen ist mit der Erkrankung assoziiert; homozygote Tiere erkranken, das Muster spricht für autosomal-rezessive Vererbung (Oliver et al. 2015, PLoS ONE). POAG führt über einen erhöhten Augeninnendruck zu einem schleichenden Verlust des Sehvermögens bis hin zur Erblindung. Der britische Kennel Club hat im Oktober 2023 ein offizielles DNA-Testschema (POAG-4) eingeführt, sodass Zuchttiere vor dem Einsatz auf den Trägerstatus getestet werden können — ein wichtiger Baustein der Zuchtauswahl. In der US-Club-Umfrage waren von 39 getesteten Hunden 32 frei, 5 Träger und 2 betroffen.
Weitere, seltener berichtete Befunde aus derselben Umfrage: vereinzelt Patellaluxation und Arthrose sowie empfindliche Mägen beziehungsweise Futtermittelunverträglichkeiten; 76 % der befragten Hunde waren ohne gesundheitliche Befunde. Eine vom britischen Kennel Club gesonderte Prioritäts-Liste an Gesundheitsscreenings besteht für die Rasse nicht. Redaktionelle Einordnung des Lexikons: Der Basset Fauve de Bretagne weist kein rassetypisches Übertreibungsmerkmal im Sinne von § 11b TierSchG auf (keine Brachyzephalie, keine Chondrodystrophie, keine extremen Hautfalten, kein Extrem-Zwergwuchs); die dokumentierte Glaukom-Erbkrankheit ist ein Gesundheitsrisiko der Zuchtauswahl, keine Qualzucht-Einstufung der Rasse. Eine § 11b-Bewertung obliegt den Behörden.
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Häufige Fragen zum Basset Fauve de Bretagne
Kein pauschales Ja oder Nein: Seine Zutraulichkeit und Belohnungsmotivation erleichtern die Grunderziehung, ein zuverlässiger Freilauf-Rückruf auf einer Fährte gehört aber zu den anspruchsvollsten Trainingszielen überhaupt, und der hohe Bewegungsbedarf (über zwei Stunden aktiver Auslauf täglich laut britischem Kennel Club) muss realistisch eingeplant sein. Mit Grundwissen zu Lerntheorie und einem sicher eingezäunten Garten ist die Rasse gut machbar.
Sehr viel: Der britische Kennel Club nennt über zwei Stunden aktiven Auslauf pro Tag, dazu braucht die Rasse als Laufhund gezielte geistige Auslastung über Nasenarbeit, Fährtenarbeit oder Mantrailing. Ausgedehnte Spaziergänge allein reichen oft nicht — ein unterforderter Hund beginnt, selbstständig auf eigene Jagd zu gehen.
Nein. Die Rasse steht in keinem der 16 Bundesländer auf einer Rasseliste für gefährliche Hunde — weder bundesweit noch landesrechtlich.
Beide stammen aus der Bretagne, teilen das falbfarbene, raue Haarkleid und eine gemeinsame Abstammungslinie — der Basset wird laut FCI-Standard ausdrücklich vom Griffon abgeleitet. Sie sind aber eigenständige Rassen mit eigener Standardnummer: Der Basset (FCI 36, Sektion 1.3 Kleine Laufhunde) misst 32–38 cm, der Griffon (FCI 66, Sektion 1.2 Mittelgroße Laufhunde) deutlich größere 48–56 cm.
Am wichtigsten ist das rassespezifisch dokumentierte primäre Offenwinkelglaukom (POAG): Es ist mit einer Mutation im ADAMTS17-Gen assoziiert und über einen DNA-Test (POAG-4, seit Oktober 2023 beim britischen Kennel Club) prüfbar — Zuchttiere sollten vor dem Einsatz getestet werden. Dazu kommen durch die Hängeohren begünstigte Ohrenentzündungen; insgesamt gilt die Rasse laut der Umfrage des Basset Fauve de Bretagne Club of America 2024 als überwiegend robust (76 % der Hunde ohne gesundheitliche Befunde).
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