Ca de Bou

Ca de Bou – Rasseportrait

FCI-Gruppe 2 · Sektion 2.1 · Molosser, doggenartige Hunde

Ca de Bou

Seit der Antike förderte die Schifffahrt im Mittelmeerraum den Austausch zwischen Ost und West — auch von Haustieren, darunter kräftige Wach- und Schutzhunde, die in Häfen und Küstensiedlungen gegen Piraten und Seeräuber eingesetzt wurden. Wichtig zu wissen: Keine rassespezifische peer-reviewte Studie zu Hüft-/Ellbogengelenksdysplasie (HD/ED) oder Magendrehung gefunden (Quellenlage dünn) — nur allgemeine Konformationsplausibilität bei großen, tiefbrüstigen Molossern.

Größe

♂ 55–58 cm · ♀ 52–55 cm

Gewicht

♂ 35–38 kg · ♀ 30–34 kg

Lebenserwartung

10–12 Jahre

Aktivität

Mittel

Kosten / Monat

ca. 100–190 €

Rasseportrait

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Steckbrief

FCI-Gruppe

Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde), Sektion 2.1 (Molosser, doggenartige Hunde), FCI-Standard Nr. 249 — Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards: 11.12.1996 (deutsche FCI-Übersetzung datiert 20.05.1997, geprüft am FCI-Originaldokument fci.be/Nomenclature/Standards/249g02-de.pdf).

Herkunft

Spanien (Insel Mallorca, Balearen)

Größe

Rüde: 55–58 cm Widerristhöhe (FCI-Standard Nr. 249) · Hündin: 52–55 cm Widerristhöhe (FCI-Standard Nr. 249)

Gewicht

Rüde: 35–38 kg (FCI-Standard Nr. 249; Richtmaß für einen „mittleren Hund“ laut Standard 36 kg) · Hündin: 30–34 kg (FCI-Standard Nr. 249)

Lebenserwartung

10–12 Jahre (Quellen variieren; mehrere deutschsprachige Rasseportale, u. a. Zooroyal, Tipaw und Lobo Azul, nennen übereinstimmend 10–12 Jahre — eine peer-reviewte Kohortenstudie speziell zur Lebenserwartung des Ca de Bou wurde nicht gefunden, daher Sekundärquellen-Spanne, keine feste Zahl)

Fellfarben

Kurzes, beim Anfassen raues Haar. Farben laut Standard in dieser Reihenfolge erwünscht: gestromt (dunkle Farbtöne bevorzugt), falbfarben (intensive Töne bevorzugt), schwarz. Weiße Abzeichen an Vorderpfoten, Brust und Fang bis maximal 30 % der Fläche sowie eine schwarze Maske sind zulässig. Weiß über 30 % außerhalb dieser Zonen sowie Flecken anderer Farben sind disqualifizierende Fehler.

Aktivitätslevel

Mittel — Der FCI-Standard beschreibt den Ca de Bou als Hund mit „ruhiger Charaktergrundlage“, der sich unter Umständen „mutig und tapfer“ verhalten kann; er sei „mit …

Pflegeaufwand

Gering — Das kurze, raue Fell des Ca de Bou benötigt laut Standard keinen besonderen Pflegeaufwand — gelegentliches Bürsten genügt, es gibt keine Anforderungen an Schur oder aufwendige …

Anfängergeeignet

Kein pauschales Ja oder Nein: Der Ca de Bou ist ein kräftiger, gezielt auf Wach- und Schutzfunktion gezüchteter Molosser, dessen Körperkraft und die teils bestehenden Listenhund-Auflagen (in Bayern Pflicht zu Wesenstest und Sachkundenachweis) ihn zu keinem Selbstläufer für Erstlingshalter ohne jedes Vorwissen machen. Wer sich Grundwissen zu Lerntheorie, Sozialisation und Erregungsmanagement aneignet oder bereits mitbringt — idealerweise ergänzt durch eine begleitete Hundeschul-Ausbildung —, kann die Rasse auch als noch unerfahrener, aber gut vorbereiteter Halter verantwortungsvoll führen.

Listenhund-Status

Der Ca de Bou (als „Perro de Presa Mallorquin“ geführt) unterliegt KEINEM bundesweiten Einfuhr-/Verbringungsverbot nach dem HundVerbrEinfG — dieses nennt namentlich nur American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und Pitbull Terrier sowie deren Kreuzungen.

Geschätzte Kosten

Anschaffung 1000–2.200 € · laufend ca. 100–190 €/Monat — Details im Kostenrechner unten

Herkunft & Geschichte

Seit der Antike förderte die Schifffahrt im Mittelmeerraum den Austausch zwischen Ost und West — auch von Haustieren, darunter kräftige Wach- und Schutzhunde, die in Häfen und Küstensiedlungen gegen Piraten und Seeräuber eingesetzt wurden. Unter diesen großen, widerstandsfähigen Hunden mit mächtigem Kopf und starkem Gebiss zeichnete sich laut FCI-Standard eine Dogge der Iberischen Halbinsel aus, die in Spanien als Jagdhund oder als Kampfhund gegen Stiere oder andere Hunde diente. Dieser Hundetyp begleitete König Jakob I. auf seinen Eroberungszügen und erreichte um das Jahr 1230 die Balearen.

Im 17. Jahrhundert gingen Menorca und weitere balearische Gebiete durch den Frieden von Utrecht in englischen Besitz über. Die Engländer brachten eigene Kampf- und Wachhunde mit und kreuzten sie mit der bereits auf den Inseln vorhandenen iberischen Dogge. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren in England Kämpfe zwischen Hunden und Stieren volkstümlich, und die auf den Inseln lebenden Engländer suchten gezielt einen dafür geeigneten Hund — diese historische Verwendung erklärt laut FCI-Standard den Namen „Ca de Bou“, katalanisch für „Stierhund“ („bou“ = Stier). Die Existenz der Rasse ist bereits im spanischen Stammbuch von 1923 festgehalten, die erste offizielle Einschreibung datiert von 1928, 1929 wurde erstmals ein Vertreter der Rasse auf der Hundeausstellung in Barcelona ausgezeichnet. Die FCI erkannte die Rasse laut ihrer Nomenklaturseite am 21.09.1963 auf definitiver Basis an; der heute gültige Standardtext (Nr. 249) wurde am 11.12.1996 veröffentlicht (deutsche Übersetzung 20.05.1997).

Mit dem Verbot von Stierkämpfen und Hundekämpfen im 20. Jahrhundert verlor die Rasse an Bedeutung, ihre Zahl schrumpfte laut mehreren übereinstimmenden Sekundärquellen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts auf ein Minimum reinerbiger Tiere. Ab den 1970er-/1980er-Jahren bemühten sich Züchter auf Mallorca um einen gezielten Wiederaufbau: verbliebene, dem historischen Typ ähnelnde Bauernhof- und Wachhunde (u. a. mit Ca-de-Bestiar-Blutlinien) wurden eingekreuzt und die Nachzucht auf größtmögliche Nähe zum überlieferten Rassebild selektiert. Das exakte Jahrzehnt und die genauen Zuchtlinien dieser Rekonstruktion sind in den gesichteten Sekundärquellen nicht einheitlich belegt — hier gilt: unsicher, weitere Prüfung empfohlen.

Eine 2024 veröffentlichte peer-reviewte genetische Studie (siehe Pflege & Gesundheit) bestätigt indirekt die Folgen dieses Wiederaufbaus aus einer kleinen Gründerpopulation: Der Ca de Bou zeigt unter sechs untersuchten, gefährdeten balearischen Hunderassen die niedrigste mittlere Allelzahl und eine vergleichsweise geringe genetische Diversität.

Wesen & Charakter

Der FCI-Standard beschreibt den Ca de Bou als Hund mit „ruhiger Charaktergrundlage“, der sich unter Umständen „mutig und tapfer“ verhalten kann; er sei „mit den Menschen umgänglich und seinem Meister treu und anhänglich“, als Wach- und Schutzhund „unübertrefflich“. In ruhiger Situation gilt er laut Standard als „vertrauensvoll und selbstsicher“, in der Erregung wird sein Blick als „durchdringend“ beschrieben. Diese Beschreibung ist Ergebnis einer gezielten Zucht auf Wach- und Schutzfunktion (FCI-Verwendungstext: „Wach- und Schutzhund“) — historisch als Hafen- und Gehöftwächter gegen Eindringlinge eingesetzt, später zusätzlich als Wach- und Treibhund auf mallorquinischen Fincas.

Wichtig für die Einordnung: Die Wachsamkeit gegenüber Fremden ist beim Ca de Bou aus der direkten Zuchtselektion auf Wach-/Schutzfunktion erklärbar — sie ist damit ein anderer Erklärungstyp als die für Jagdhunde typische, modifizierte Coppinger-Instinktkette (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen), die für diese Rasse hier bewusst NICHT als Erklärung für alltägliches Wach- oder Meldeverhalten herangezogen wird. Die historische Verwendung im Stier- und Hundekampf des 18. Jahrhunderts steht dagegen tatsächlich für ein dokumentiertes Fang-/Halteverhalten gegenüber großen Tieren — der heutige Standard schließt jedoch sowohl aggressive als auch übermäßig ängstliche Hunde ausdrücklich von der Zucht aus (disqualifizierender Fehler), das Zuchtziel ist also ausdrücklich Wesensstabilität, nicht gesteigerte Angriffslust.

Die beweglichen, unkupierten Rosenohren (kupierte Ohren sind disqualifizierend) lassen im Vergleich zu Rassen mit stark behaarten Hängeohren eine vergleichsweise gute Ablesbarkeit von Ohrensignalen zu; der massive Kopf und die kräftigen Lefzen können feine Gesichtsmimik dagegen etwas dämpfen. Wie ausgeprägt sich Wachsamkeit oder Zurückhaltung gegenüber Unbekannten im Einzeltier zeigt, hängt maßgeblich von Sozialisation und Training ab — hierzu trifft dieses Portrait bewusst keine pauschale Verhaltensvorhersage.

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Erziehung & Beschäftigung

Die Grunderziehung sollte beim Ca de Bou konsequent über positive Verstärkung und klare Kommunikation erfolgen — von Dominanz- oder Rangordnungs-Ansätzen ist grundsätzlich abzuraten, da die klassische Alpha-/Rudelführer-Theorie nach aktueller Freilandforschung (Mech, Boitani) als widerlegt gilt. Wegen der Körperkraft und der kräftigen Kiefermuskulatur der Rasse sind eine früh einsetzende Beißhemmung, Impulskontrolle und ein solides Grundgehorsams-Training besonders wirksam, wenn sie bereits in der primären Sozialisationsphase (ca. 3.–12. Lebenswoche, je nach Quelle bis zur 14./16. Woche auslaufend, nach Scott & Fuller 1965) beginnen — negative Erlebnisse wirken in dieser Phase stärker nach als später im Leben, während milder, gut dosierter Stress Frustrationstoleranz und Habituation fördert.

Gerade weil der Ca de Bou auf Wach-/Schutzfunktion selektiert wurde, profitiert er von einer breit angelegten, positiven Sozialisation mit Menschen, Hunden und Alltagsreizen, damit situative Wachsamkeit nicht in überzogene Reaktivität kippt. Passende Beschäftigung sind strukturierter Grundgehorsam, Obedience-Elemente und mentale Aufgaben (z. B. Trickdogging, Nasenarbeit) in Kombination mit moderater, aber regelmäßiger Bewegung — der energetische Bedarf gilt in mehreren Rasseportalen übereinstimmend als „mäßig“, nicht als Ausdauersport-Niveau wie bei Hüte- oder Lauf­hunderassen. Bei jungen, noch wachsenden Tieren wird empfohlen, die Gelenke vor Wachstumsabschluss nicht durch zu frühe, intensive Belastung zu überfordern.

Wegen des Listenhund-Status in Bayern (und bis 30.06.2024 auch in Brandenburg) ist der Besuch einer Hundeschule bzw. Verhaltensberatung besonders sinnvoll: Eine begleitete, fundierte Ausbildung erleichtert das Bestehen des dort vorgeschriebenen Wesenstests und legt zugleich die Basis für einen gut sozialisierten, sicher geführten Hund — unabhängig vom Bundesland.

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Pflege & Gesundheit

Das kurze, raue Fell des Ca de Bou benötigt laut Standard keinen besonderen Pflegeaufwand — gelegentliches Bürsten genügt, es gibt keine Anforderungen an Schur oder aufwendige Fellpflege wie bei locken- oder langhaarigen Rassen. Am Kopf sind laut Standard keine ausgeprägten Hautfalten vorgesehen („die Kopfhaut weist keine Falten auf“), lediglich seitlich über den Kaumuskeln sind leichte Falten zulässig; am Hals ist eine dünne Wamme erlaubt. Das Verhältnis von Fanglänge zu Schädellänge wird im Standard mit 1 zu 3 angegeben — ein moderates, kein extremes Maß im Vergleich zu stark brachyzephalen Rassen wie Bulldogge oder Mops; ein rassetypisches Brachyzephalie-Atemproblem (BOAS) ist für den Ca de Bou in der gesichteten veterinärmedizinischen Literatur nicht dokumentiert.

Für Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie (HD/ED) sowie Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus) wurde keine rassespezifische, peer-reviewte oder tierärztlich-fachliche Studie zum Ca de Bou gefunden — die Quellenlage ist hier ausdrücklich dünn. Plausibel, aber nicht rassespezifisch belegt, sind die allgemeinen Konformationsrisiken großer, schwerer und tiefbrüstiger Molosser-Rassen (Brustkorb laut Standard „tief, reicht bis zu den Ellenbogen“); für Magendrehung gilt ein tiefer Brustkorb in rassenübergreifenden Kohortenstudien großer/riesiger Rassen (Glickman et al. 2000) als dokumentierter Risikofaktor. Da hierzu keine zwei rassespezifischen Fachquellen vorliegen, bleibt risikoflag_rechner in diesem Portrait auf „nein“ gesetzt (Begründung siehe Steckbrief).

Echt rassespezifisch und peer-reviewt belegt ist dagegen die genetische Situation: Eine 2024 veröffentlichte Studie (Alanzor Puente et al., International Journal of Molecular Sciences 25(5):2706) untersuchte sechs gefährdete balearische Hunderassen molekulargenetisch und fand beim Ca de Bou die niedrigste mittlere Allelzahl sowie eine vergleichsweise geringe genetische Diversität — ein Befund, der zur dokumentierten Geschichte des Wiederaufbaus der Rasse aus einer kleinen Gründerpopulation passt und von den Autorinnen und Autoren fortlaufendes genetisches Monitoring nahelegt.

unsicher, weitere Prüfung empfohlen: belastbare rassespezifische Prävalenzzahlen zu HD/ED und Magendrehung beim Ca de Bou liegen derzeit nicht vor.

Für wen geeignet?

  • Familien: Bedingt geeignet: Der Ca de Bou kann eine enge Bindung zur Familie aufbauen, doch Körperkraft, Wach-/Schutzveranlagung und der Bedarf an konsequenter Sozialisation müssen realistisch eingeplant werden — kein Hund für einen unbedarften Einstieg ohne Vorwissen.
  • Einsteiger: Nur mit ausdrücklicher Vorbereitung: Die Kombination aus Körperkraft, teils bestehenden Listenhund-Auflagen (Wesenstest/Sachkundenachweis in Bayern) und Wach-/Schutzhund-Zuchtlinie verlangt Grundwissen zu Lerntheorie und Sozialisation, das sich unerfahrene Halter idealerweise vor der Anschaffung gezielt aneignen.
  • Sportlich Aktive: Bedingt geeignet: Der Bewegungsbedarf gilt laut Rasseportalen als mäßig, nicht als Ausdauersport-Niveau — strukturierter Grundgehorsam und Obedience-Elemente passen besser als reiner Ausdauersport, konsequente Führung bleibt aber wichtig.
  • Senioren/wenig Aktive: Eher nicht geeignet: Das Körpergewicht von bis zu 38 kg und mögliche Listenhund-Auflagen (z. B. Führung an belastbarer Leine, je nach Kommune ggf. Maulkorbpflicht) setzen eine körperlich fitte Führung voraus.

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Das kurze, raue Fell des Ca de Bou benötigt laut Standard keinen besonderen Pflegeaufwand — gelegentliches Bürsten genügt, es gibt keine Anforderungen an Schur oder aufwendige Fellpflege wie bei locken- oder …
Hundehaftpflicht
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Der FCI-Standard nennt für den Ca de Bou ausdrücklich die Verwendung „Wach- und Schutzhund“ — eine Funktion, die historisch bis in die Häfen und Küstensiedlungen des Mittelmeerraums zurückreicht, wo Vorläufer der Rasse gegen Piraten und Eindringlinge eingesetzt wurden. Diese Wachfunktion ist das Ergebnis gezielter Zuchtselektion auf Territorial- und …

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Häufige Fragen zum Ca de Bou

Ist der Ca de Bou in Deutschland ein Listenhund?

Je nach Bundesland unterschiedlich: In Bayern ist er als „Perro de Presa Mallorquin“ in Kategorie 2 gelistet (Wesenstest und Sachkundenachweis können die Vermutung der gesteigerten Gefährlichkeit widerlegen). In den übrigen 15 Bundesländern wird er aktuell nicht namentlich als gefährlich geführt — Brandenburg listete ihn bis 30.06.2024, seither gilt dort keine Rasseliste mehr. Ein bundesweites Einfuhrverbot besteht für den Ca de Bou nicht. Vor der Anschaffung sollte trotzdem das jeweils aktuelle Landesrecht am Wohnort geprüft werden.

Ist der Ca de Bou für Anfänger geeignet?

Kein pauschales Ja oder Nein: Die Körperkraft der Rasse, ihre Wach-/Schutzhund-Zuchtlinie und teils bestehende Listenhund-Auflagen erfordern Grundwissen zu Lerntheorie und Sozialisation. Wer sich dieses Wissen aneignet oder mitbringt, idealerweise ergänzt durch eine begleitete Hundeschul-Ausbildung, kann die Rasse auch als weniger erfahrener, aber gut vorbereiteter Halter verantwortungsvoll führen.

Wie viel Bewegung braucht ein Ca de Bou?

Der Energielevel gilt laut Rasseportalen als mäßig: Ein bis mehrere zügige Spaziergänge täglich sowie regelmäßige mentale Beschäftigung (Grundgehorsam, Trickdogging) reichen in der Regel aus. Bei jungen, wachsenden Tieren sollte die Belastung der Gelenke vor Wachstumsabschluss nicht überzogen werden.

Ist der Ca de Bou aggressiv, weil er historisch als Kampfhund galt?

Nein, nicht pauschal: Der FCI-Standard schließt sowohl aggressive als auch übermäßig ängstliche Hunde ausdrücklich von der Zucht aus — das Zuchtziel ist eine ruhige, selbstsichere Charaktergrundlage, keine gesteigerte Angriffslust. Die historische Verwendung im Stier-/Hundekampf des 18. Jahrhunderts erklärt den Namen, nicht das heutige Zuchtziel. Wie sich ein einzelner Hund verhält, hängt vor allem von Genetik, Sozialisation und Erziehung ab, nicht vom Rassenamen allein.

Woher kommt der Name „Ca de Bou“?

„Ca de Bou“ ist Katalanisch für „Stierhund“ (‚bou‘ = Stier). Der Name geht laut FCI-Standard auf die historische Verwendung der Rasse im Stier- und Hundekampf zurück, den englische Bewohner der Balearen im frühen 18. Jahrhundert veranstalteten. Der offizielle FCI-Name lautet „Perro Dogo Mallorquin“, die englische FCI-Übersetzung „Majorca Mastiff“.

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