Chien d’Artois

Chien d'Artois – Rasseportrait

FCI-Gruppe 6 · Sektion 1.2 · Mittelgroße Laufhunde, mit Arbeitsprüfung

Chien d’Artois

Der Chien d’Artois stammt aus der Region Artois im Norden Frankreichs — der französische Name bedeutet schlicht ‚Hund aus der Artois‘, der offizielle englische FCI-Name lautet Artois Hound. Wichtig zu wissen: Keine rassespezifische Erbkrankheits-Häufung dokumentiert (Basepaws: ’no known genetic conditions tightly associated‘; realvetcost.com: ‚No breed-specific studies yet — unranked‘).

Größe

♂ 53–58 cm · ♀ 53–58 cm

Gewicht

♂ 28–30 kg · ♀ 28–30 kg

Lebenserwartung

10–14 Jahre

Aktivität

Hoch

Kosten / Monat

ca. 95–175 €

Rasseportrait

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Steckbrief

FCI-Gruppe

Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 (Mittelgroße Laufhunde, mit Arbeitsprüfung), FCI-Standard Nr. 28 — 24.07.1996 (Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards laut fci.be; deutsche Übersetzung vom 14.01.1997, englische Fassung vom 25.11.1996; definitive FCI-Anerkennung am 18.10.1963)

Herkunft

Frankreich (Region Artois, Nordfrankreich)

Größe

Rüde: 53–58 cm Widerristhöhe (FCI-Standard Nr. 28 nennt dieselbe Spanne für Rüde und Hündin, mit einer Toleranz von 1 cm) · Hündin: 53–58 cm Widerristhöhe (identische FCI-Vorgabe wie beim Rüden — der Standard unterscheidet nicht nach Geschlecht; die kommentierte Standardfassung der Société Centrale Canine nennt als Idealmaße für den Rüden 52–56 cm, für die Hündin 48–53 cm)

Gewicht

Rüde: 28–30 kg (FCI-Standard: durchschnittlich 28–30 kg für die Rasse, ohne Geschlechtertrennung) · Hündin: 28–30 kg (identische FCI-Vorgabe; Hündinnen liegen in der Praxis tendenziell am unteren Ende der Spanne)

Lebenserwartung

10–14 Jahre (Quellen variieren: Royal Canin nennt 10–13 Jahre, Basepaws 12–14 Jahre, realvetcost.com einen Mittelwert von 12 Jahren — belastbare populationsweite Daten fehlen, da die Rasse sehr selten ist)

Fellfarben

Laut FCI-Standard Nr. 28: dreifarbig — dunkelfauve bis hasen- oder dachsfarben, mit Mantel oder großen Flecken; der Kopf ist üblicherweise falbfarben, manchmal berusst (mit schwarzem Anflug). Tüpfelung gilt als Fehler, überhandnehmende Tüpfelung als disqualifizierender Fehler; jede andere Farbe als die beschriebene ist disqualifizierend. Die kommentierte Standardfassung der Société Centrale Canine betont: reinweiß-orange ist, anders als beim Basset Artésien Normand, für den Chien d’Artois nicht typisch.

Aktivitätslevel

Hoch — Der FCI-Standard beschreibt den Chien d’Artois als kräftigen und widerstandsfähigen Hund mit feiner Nase, gutem Zusammenhalt in der Meute, ausgeglichen und …

Pflegeaufwand

Gering — Das kurze, dicke, recht flache Haarkleid des Chien d’Artois ist im Rassenvergleich pflegeleicht: gelegentliches Bürsten reicht aus, eine professionelle Schur ist nicht nötig.

Anfängergeeignet

Kein pauschales Ja oder Nein: Der Chien d’Artois ist ausgeglichen, anhänglich und über Futter gut belohnungsmotiviert, was die Grunderziehung erleichtert — sein selektiv gefördertes, eigenständiges Fährtenarbeiten, sein weithin vernehmliches Geläut und sein hoher Bewegungsbedarf stellen aber hohe Anforderungen an Rückruf-Management, Lautstärke-Toleranz und Auslaufplanung. Wer Grundwissen über Lerntheorie, einen sicher eingezäunten Garten und realistische Erwartungen an den Freilauf mitbringt, kann gut mit der Rasse leben; ohne diese Voraussetzungen wird sie häufig unterschätzt. Hinzu kommt: Außerhalb Frankreichs ist die Rasse kaum erhältlich.

Listenhund-Status

Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 21.08.2026)

Geschätzte Kosten

Anschaffung 600–2.500 € · laufend ca. 95–175 €/Monat — Details im Kostenrechner unten

Herkunft & Geschichte

Der Chien d’Artois stammt aus der Region Artois im Norden Frankreichs — der französische Name bedeutet schlicht ‚Hund aus der Artois‘, der offizielle englische FCI-Name lautet Artois Hound. Der FCI-Standard berichtet, dass diese früher ‚Chien Picard‘ genannte Rasse in der alten Parforcejagd zu Zeiten Heinrichs IV. und Ludwigs XIII. hoch geschätzt und gesucht war; bereits der Autor Sélincourt lobte sie in höchsten Tönen, nachdem er erstaunt sah, wie diese Hunde einen Hasen herbeitrieben, der bei trockenem Wetter eine Stunde zuvor vorbeigekommen war. Le Couteulx de Canteleu schreibt 1890 im Handbuch des Französischen Weidwerks (Manuel de Vénerie Française) ebenfalls voller Lob vom Chien d’Artois — wenngleich die artesische Rasse seiner Zeit bastardisiert war und reinrassige Hunde nur schwer zu finden waren; dennoch blieb sie eine der besten Rassen für die Hasenjagd.

Der FCI-Standard ordnet den Chien d’Artois als ‚Briquet‘ ein: einen mittelgroßen Laufhund, in der französischen Jagdkynologie zwischen den großen Meutehunden (Grands) und den kurzbeinigen Bassets angesiedelt. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchte M. Levoir in der Picardie, den alten Typ wiederherzustellen, ohne sein Ziel tatsächlich zu erreichen; während dieser Zeit und bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs dominierte ein anderer Züchter aus der Picardie, M. Mallard, die Zucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg glaubte man, den Chien d’Artois zu jenen Rassen zählen zu müssen, die für immer verschwunden sind — der Bestand war durch die Kriegsjahre und jahrzehntelange Einkreuzungen britischer Laufhunde (u. a. English Foxhound) und der verwandten Normannenhunde praktisch erloschen.

Zu Beginn der 1970er-Jahre setzte sich M. André Audréchy aus Buigny-lès-Gamaches im Département Somme das Ziel, den Rassebestand wieder aufzubauen; zusammen mit Mme Josette Pilat (die kommentierte Standardfassung der Société Centrale Canine nennt zusätzlich Joseph Mancini) gelang es, die Rasse wieder unter die Laufhunde zu bringen. Seitdem ist der Chien d’Artois von der FCI anerkannt (definitive Anerkennung 18.10.1963, gültiger Standard publiziert am 24.07.1996) und auch vom United Kennel Club geführt — geblieben ist er eine seltene Rasse mit Schwerpunkt in Frankreich. Das VDH-Rasselexikon führt keinen Eintrag; ein eigener deutscher Rassename existiert nicht, im Deutschen wird wie im FCI-Standard der französische Name geführt.

Wesen & Charakter

Der FCI-Standard beschreibt den Chien d’Artois als kräftigen und widerstandsfähigen Hund mit feiner Nase, gutem Zusammenhalt in der Meute, ausgeglichen und anhänglich — und als Verwendung nennt er den Briquet für die Flintenjagd, der als Zutreiber mit Fleiß auch verlorene Fährten wieder aufnimmt, mittelmäßig schnell, aber ausdauernd arbeitet und im ebenen Gelände mit seiner feinen Nase die Täuschungsmanöver des Hasen vereitelt. Diese Beschreibung ist keine zufällige Charaktersammlung, sondern das Ergebnis einer über Jahrhunderte gezielt geförderten Funktion: Als Laufhund wurde der Chien d’Artois nicht auf engen Blickkontakt und sofortige Kommandofolge selektiert, sondern auf eigenständiges, ausdauerndes Verfolgen einer Bodenfährte — auch in einiger Entfernung vom Jäger.

In der ursprünglichen Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) bleiben beim Laufhund die vorderen Glieder — Orientieren, Fixieren, Hinterherjagen — besonders stark ausgeprägt und werden eigenständig zum zentralen Rassemerkmal, während Fangbiss und Tötungsbiss dem Jäger überlassen bleiben und vom Hund selbst nicht gefordert sind. Diese Zuordnung ist eine Erweiterung auf Basis der breiteren Coppinger-Literatur zu Laufhunden/Scent Hounds und kein wörtliches Zitat aus Modul 4a, sie ist aber mit der im FCI-Standard beschriebenen Funktion konsistent.

Ein rassetypisches Merkmal ist das ‚herrliche, mitreißende Geläut‘ mit ‚hoher, weithin vernehmlicher Stimme‘, das der Standard ausdrücklich hervorhebt: Laufhunde geben Laut, sobald sie eine Fährte aufgenommen haben — historisch, damit Jäger und Meute den Hund im Gelände akustisch orten konnten; die Intensität nimmt mit der Nähe zum Wild zu. Im modernen Alltag als Begleithund wird genau dieses funktionale Jagdsignal häufig als ‚Dauerbellen‘ empfunden — es ist aber ein tief verankertes Kommunikationsmittel, kein Fehlverhalten (eine Lerntheorie-Einordnung des Bellens ohne Fährte findet sich in Erziehung & Beschäftigung).

Historisch in Meuten von sechs bis acht gleichförmigen Tieren geführt, gilt der Chien d’Artois als ausgesprochen sozialverträglich gegenüber Artgenossen; die kommentierte Standardfassung der Société Centrale Canine beschreibt ihn als ruhig, sehr an seinem Menschen hängend, nicht kampflustig und mit sehr guter Meutementalität. Die langen, flachen Hängeohren und das dichte kurze Fell erschweren zudem das Ablesen feiner Körpersprachsignale (Piloerektion, Ohrenstellung) — ein für Schlappohr-Rassen typischer Aspekt der Kommunikation, der im Insight 2 vertieft wird.

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Erziehung & Beschäftigung

Die ausgeprägte Futtermotivation des Chien d’Artois macht positive Verstärkung besonders wirksam — Belohnungstraining mit Futter funktioniert bei dieser Rasse zuverlässig. Aversive Methoden sind wissenschaftlich überholt (Vieira de Castro et al. 2020; Ziv 2017) und bei einem kooperativen, anhänglichen Laufhund kontraproduktiv; von Dominanzansätzen wird grundsätzlich abgeraten, sie gelten als widerlegt (Mech/Boitani).

Beim Rückruf gilt: Realistische Erwartungen sind wichtiger als bei vielen anderen Rassen. Da der Chien d’Artois selektiv auf eigenständiges, vom Hundeführer entferntes Fährtenarbeiten gezüchtet wurde, ist ein hundertprozentig zuverlässiger Freilauf-Gehorsam in der Nähe einer interessanten Fährte kaum realistisch zu erreichen — das ist keine Sturheit, sondern eine strukturelle Eigenschaft der Rasse. Der Rückruf sollte systematisch über eine Ablenkungs- und Distanzhierarchie aufgebaut werden, beginnend in reizarmer Umgebung; eine sichere, lückenlose Einzäunung des Gartens ist keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung der Haltung.

Am besten entspricht der ursprünglichen Zuchtbestimmung eine gezielte Kanalisierung des Fährteninstinkts: Nasenarbeit, Fährten- bzw. Mantrailing-Übungen, Schleppenarbeit und kontrollierte Suchspiele bieten artgerechte geistige Auslastung und reduzieren gleichzeitig unerwünschtes eigenmächtiges Auf-Fährte-Gehen im Alltag. Wichtig ist die Einordnung des Bellens ohne Fährte: Bellt der Hund an Tür, Zaun oder auf Reize ohne Fährte, ist das gelerntes Verhalten (Verstärkung durch Aufmerksamkeit oder Weggehen des Reizes), das sich über konsequentes Nichtverstärken, alternative erwünschte Handlungen und Management lösen lässt — nicht über Strafe. Hundeschulen mit Angeboten zu Rückruftraining unter Ablenkung sowie zu Nasenarbeit/Mantrailing sind für diese Rasse besonders empfehlenswert; die primäre Sozialisationsphase (ca. 3.–12. Lebenswoche, Scott & Fuller 1965) sollte konsequent genutzt werden, da die Rasse außerhalb Frankreichs selten ist und die Meutensozialisation ein zentraler Teil ihres rassetypischen Sozialverhaltens ist.

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Pflege & Gesundheit

Das kurze, dicke, recht flache Haarkleid des Chien d’Artois ist im Rassenvergleich pflegeleicht: gelegentliches Bürsten reicht aus, eine professionelle Schur ist nicht nötig. Wichtiger ist die regelmäßige, idealerweise wöchentliche Kontrolle und Reinigung der langen Hängeohren — sie schränken die Luftzirkulation im Gehörgang ein, was Otitis externa begünstigt, und in der Jagdsaison können Grannen (Ähren/Gräser) in den Gehörgang eindringen. Bei Jagdeinsatz sind außerdem Parasitenschutz (insbesondere Zecken) und angepasste Impfprotokolle (Leptospirose, Zwingerhusten) zu empfehlen, und es ist mit einem höheren Anteil an Jagdverletzungen zu rechnen als bei reinen Begleithunden.

Eine rassespezifische Erbkrankheits-Häufung ist in den Fachquellen nicht dokumentiert: Basepaws führt für den Artois Hound keine eng assoziierten genetischen Erkrankungen, und realvetcost.com hält ausdrücklich fest, dass keine rassespezifischen Studien vorliegen (‚No breed-specific studies yet‘). Die allgemeine tiefe Brust der Rasse gehört zu den Risikofaktoren für eine Magendrehung, wie bei allen tiefbrüstigen Hunden — ein haltungs- und anatomiebezogener Punkt, kein rassespezifischer Studienerfolg; die Lebenserwartung wird von Royal Canin mit 10–13 Jahren, von Basepaws mit 12–14 Jahren angegeben.

Redaktionelle Einordnung des Lexikons: Der Chien d’Artois zeigt einen funktionalen, unübertriebenen Körperbau ohne qualzuchtrelevante Übertreibungen im Sinne von § 11b TierSchG (keine Brachyzephalie, keine Chondrodystrophie, keine exzessiven Hautfalten, keine Extrem-Miniaturisierung); der FCI-Standard selbst fordert, zur Zucht ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde zu verwenden. Die Bewertung im Einzelfall obliegt den Behörden. Unsicher, weitere Prüfung empfohlen: Belastbare populationsweite Gesundheitsdaten speziell zum Chien d’Artois fehlen — die Angaben beruhen auf allgemeiner Laufhund-Literatur und wenigen Sekundärquellen, nicht auf rassespezifischen Studien.

Für wen geeignet?

  • Familien: Bedingt geeignet: anhänglich und ausgeglichen im Umgang, aber der ausgeprägte Fährteninstinkt, das weithin vernehmliche Geläut und der hohe Bewegungsbedarf verlangen einen sicher eingezäunten Garten und Toleranz für Lautstärke — unabhängig vom Vorhandensein von Kindern.
  • Einsteiger: Machbar nur mit solider Vorbereitung: Die hohe Futtermotivation erleichtert das Belohnungstraining, ein zuverlässiger Freilauf-Rückruf auf einer Fährte und die Lautstärke sind aber echte Herausforderungen, und außerhalb Frankreichs sind Welpen kaum erhältlich — die Rasse ist kein klassischer Einstiegshund.
  • Sportlich Aktive: Sehr gut geeignet, insbesondere für Nasenarbeit, Mantrailing, Fährtensport und ausdauernde, bewegungsreiche Spaziergänge — und für Jäger, die einen fleißigen Zutreiber mit Meuteverträglichkeit suchen.
  • Senioren/wenig Aktive: Eher weniger geeignet ohne Unterstützung: Der hohe Bewegungsbedarf, das Geläut und die Fluchtneigung ohne sicheren Zaun stellen für wenig aktive Halter reale Herausforderungen dar.

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Professionelle Fellpflege
Das kurze, dicke, recht flache Haarkleid des Chien d’Artois ist im Rassenvergleich pflegeleicht: gelegentliches Bürsten reicht aus, eine professionelle Schur ist nicht nötig.
Hundehaftpflicht
In vielen Bundesländern Pflicht
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Optional — frei wählbare Unterstützung je nach Bedarf
NEU
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Anschaffung
Erstausstattung
Monatlich
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Alle Werte sind Bandbreiten (keine Einzelpreise), basierend auf Referenzwerten (Fressnapf, zooplus, VDH, GOT). Gesundheits-Aufschlag = transparenter Prozentsatz.

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Der Chien d'Artois (englisch: Artois Hound) wurde über Jahrhunderte als Briquet für die Flintenjagd gezüchtet: Der FCI-Standard beschreibt, wie er als Zutreiber mit Fleiß auch verlorene Fährten wieder aufnimmt, mittelmäßig schnell, aber ausdauernd arbeitet und im ebenen Gelände mit seiner feinen Nase die Täuschungsmanöver des Hasen vereitelt. Seine Aufgabe …

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Häufige Fragen zum Chien d’Artois

Ist der Chien d’Artois anfängergeeignet?

Kein pauschales Ja oder Nein: Die hohe Futtermotivation macht die Grunderziehung über Belohnungstraining vergleichsweise einfach, ein zuverlässiger Freilauf-Rückruf auf einer Fährte und das weithin vernehmliche Geläut gehören aber zu den anspruchsvollsten Themen der Rasse — und außerhalb Frankreichs sind Welpen kaum erhältlich. Mit realistischen Erwartungen, Grundwissen zu Lerntheorie und einem sicher eingezäunten Garten ist die Rasse gut machbar.

Warum ‚bellt‘ mein Chien d’Artois so laut?

Das ‚Geläut‘ ist ein rassetypisches, funktionales Jagdsignal: Laufhunde geben Laut, sobald sie eine Fährte aufgenommen haben, damit Jäger und Meute sie im Gelände orten können — der FCI-Standard hebt die ‚hohe, weithin vernehmliche Stimme‘ ausdrücklich hervor. Auf einer frischen Fährte ist das instinktgeleitetes Jagdverhalten; bellt der Hund dagegen im Alltag ohne Fährte (Tür, Zaun), ist das gelerntes Verhalten, das sich über konsequentes Nichtverstärken und Management lösen lässt — nicht über Strafe.

Ist der Chien d’Artois ein Listenhund?

Nein. Der Chien d’Artois steht in keinem der 16 Bundesländer auf einer Rasseliste für gefährliche Hunde — weder bundesweit noch landesrechtlich.

Wo bekomme ich einen Chien d’Artois?

Die Rasse ist außerhalb Frankreichs sehr selten; das VDH-Rasselexikon führt keinen Eintrag. Welpensuche läuft in der Regel über französische Züchter und den gemeinsamen Rasseclub von Basset Artésien Normand und Chien d’Artois (Club Français du Basset Artésien Normand et du Chien d’Artois, SCC-betreut). Dabei sind längere Anreisen, ggf. Importregularien und eine besonders sorgfältige Sozialisation des Welpen (primäre Sozialisationsphase ca. 3.–12. Lebenswoche) einzuplanen.

Was kostet ein Chien d’Artois im Monat?

Je nach Größe und Haltung laufend etwa 95–175 € im Monat (Futter, Tierarzt-Grundvorsorge, Versicherung, Haftpflicht). Der Kostenrechner bildet die Standard-Spanne ab; zusätzlich einzuplanen sind bei dieser Rasse potenzielle Import- und Anreisekosten zu französischen Züchtern sowie bei Jagdeinsatz ein erhöhter Vorsorgeaufwand (Parasiten, Impfungen, Verletzungsrisiko).

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