Englischer Foxhound

Englischer Foxhound – Rasseportrait

FCI-Gruppe 6 · Sektion 1.1 · Große Laufhunde

Englischer Foxhound

Der Englische Foxhound gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Meutehunden Großbritanniens. Wichtig zu wissen: Die Rasse gilt übereinstimmend als insgesamt sehr gesund und robust (Wikipedia: “very few health problems”).

Größe

♂ 58–64 cm · ♀ 58–64 cm

Gewicht

♂ 29–34 kg · ♀ 27–32 kg

Lebenserwartung

10–13 Jahre

Aktivität

Sehr hoch

Kosten / Monat

ca. 90–190 €

Rasseportrait

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Steckbrief

FCI-Gruppe

Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.1 (Große Laufhunde), FCI-Standard Nr. 159 — 26.03.2009 (Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards; deutsche Übersetzung veröffentlicht am 05.09.2013, vom VDH überprüft)

Herkunft

Großbritannien

Größe

Rüde: ca. 58–64 cm Widerristhöhe (FCI-Standard nennt keine getrennte Größenspanne für Rüden und Hündinnen; AKC klassifiziert Rüden mit ca. 58–64 cm) · Hündin: ca. 58–64 cm Widerristhöhe (identische FCI-Vorgabe für beide Geschlechter; laut AKC-Sekundärquelle liegen Hündinnen üblicherweise leicht unter Rüden, ca. 56–61 cm — keine eigene FCI-Größenvorgabe)

Gewicht

Rüde: ca. 29–34 kg (AKC: 60–75 Pfund ≈ 27–34 kg; der FCI-Standard macht keine Gewichtsvorgabe — Praxis-/Standard-Richtwert) · Hündin: ca. 27–32 kg (Praxis-Richtwert; Hündinnen üblicherweise etwas leichter als Rüden; der FCI-Standard macht keine Gewichtsvorgabe)

Lebenserwartung

10–13 Jahre (übereinstimmend in mehreren Quellen: AKC, Wikipedia, mehrere Rasseportale — die Rasse gilt insgesamt als sehr robust und gesund)

Fellfarben

Laut FCI-Standard sind alle anerkannten Laufhundefarben und Abzeichen zulässig — die Rasse hat also keine festgelegte Einzelfarbe. Am häufigsten sind Dreifarbigkeit (schwarz-loh-weiß) sowie Weiß mit lohfarbenen, roten oder schwarzen Platten; auch einfarbig lohfarben kommt vor. Das Haar ist kurz, dicht und gegen schlechte Witterung widerstandsfähig.

Aktivitätslevel

Sehr hoch — Der FCI-Standard beschreibt den Englischen Foxhound als einen Hund „voller Kraft und Ausdauer”, der „von Natur aus zur Jagd begabt” ist, und hebt ausdrücklich …

Pflegeaufwand

Gering — Der Englische Foxhound hat ein kurzes, dichtes und gegen schlechte Witterung widerstandsfähiges Haarkleid.

Anfängergeeignet

Kein pauschales Ja oder Nein: Der Englische Foxhound ist freundlich, gesellig und über Futter durchaus belohnungsmotiviert, was die Grunderziehung erleichtert. Gleichzeitig bringt er als Meutespürhund einen sehr hohen Bewegungs-, Ausdauer- und geistigen Beschäftigungsbedarf mit, und sein ausgeprägter Fährteninstinkt macht einen zuverlässigen Freilauf-Gehorsam zu einer anspruchsvollen Aufgabe. Wer viel Zeit für ausgedehnte, gesicherte Ausläufe, Nasenarbeit und ein realistisches Rückruf-Management mitbringt, kann gut mit ihm leben; wer einen ruhigen, einfach zu führenden Anfängerhund erwartet, wird die Rasse unterschätzen.

Listenhund-Status

Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 21.08.2026)

Geschätzte Kosten

Anschaffung 600–2.500 € · laufend ca. 90–190 €/Monat — Details im Kostenrechner unten

Herkunft & Geschichte

Der Englische Foxhound gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Meutehunden Großbritanniens. Der FCI-Standard hält fest, dass er seit mehr als zweihundert Jahren auf Basis sorgfältig ausgewählter Blutlinien gezüchtet wird und dass das Zuchtbuch der Masters of Foxhounds bereits vor 1800 eröffnet wurde — für jeden Besitzer eines Foxhound ist es entsprechend leicht, die Ahnen seines Hundes weit zurückzuverfolgen. Die Zucht lag und liegt in England bis heute in den Händen der Masters of Foxhounds, die das Zuchtgeschehen seit jeher sehr sorgfältig registriert haben. Die FCI erkannte die Rasse im Jahr 1964 an; damals existierten in England an die 250 Foxhound-Meuten.

Historisch war der Englische Foxhound ein reiner Gebrauchs- und Jagdhund: Er wurde als Meutehund für die berittene Jagd gezüchtet, also für das Verfolgen des Fuchses von einer berittenen Jagdgesellschaft aus. Diese Funktion prägt bis heute Erscheinungsbild, Wesen und Arbeitsweise der Rasse. Die gelegentlich kolportierte Herkunftserzählung, wonach der Foxhound im späten 16. Jahrhundert aus einer Kreuzung von Greyhound (für Schnelligkeit), Fox Terrier (für den Jagdinstinkt) und Bulldogge (für Ausdauer/Zähigkeit) entstanden sei, wird in der Fachliteratur als unbewiesene Vermutung gekennzeichnet und ist kein gesicherter FCI-Standardinhalt — hier wird sie deshalb bewusst nicht als gesicherte Tatsache dargestellt.

Die internationale Verbreitung blieb lange auf Jagd- und Zuchtkreise beschränkt; erst 2012 wurde mit der International Foxhound Association (IFA) eine Organisation gegründet, die sich gezielt der Förderung des Englischen Foxhounds als Rasse widmet. Im deutschsprachigen Raum ist die Rasse bis heute eine ausgesprochene Seltenheit: Sie wird kaum als reiner Familienhund gehalten, sondern vor allem dort gepflegt, wo Meutejagd oder eine intensive Beschäftigung mit dem Laufhund-Wesen im Mittelpunkt stehen.

Wesen & Charakter

Der FCI-Standard beschreibt den Englischen Foxhound als einen Hund „voller Kraft und Ausdauer”, der „von Natur aus zur Jagd begabt” ist, und hebt ausdrücklich hervor: freundlich, nicht aggressiv. Diese Formulierung ist keine zufällige Charaktersammlung, sondern das Ergebnis einer über Jahrhunderte gezielt geförderten Funktion: Als Meutehund für die berittene Jagd wurde der Foxhound selektiv auf ausdauerndes, eigenständiges Verfolgen einer Fährte in enger Zusammenarbeit mit Artgenossen und in einiger Entfernung vom berittenen Jäger gezüchtet.

In der ursprünglichen Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) bleiben beim Meutespürhund die vorderen Glieder — Orientieren, Fixieren und das ausdauernde Hinterherjagen über die Nase — besonders stark ausgeprägt, während Fangbiss und Tötungsbiss dem Jäger bzw. der Jagdgesellschaft vorbehalten bleiben und vom Hund selbst nicht gefordert sind. Diese Zuordnung ist eine Erweiterung auf Basis der breiteren Coppinger-Literatur zu Laufhunden / Scent Hounds und kein wörtliches Zitat, sie ist aber mit der im FCI-Standard beschriebenen Funktion (Meutehund für die berittene Jagd) konsistent.

Ein rassetypisches Merkmal ist das starke, weithin tragende „Geben“ (Baying bzw. das charakteristische Hound-Heulen), sobald ein Foxhound eine Fährte aufgenommen hat. Historisch diente das dazu, dass der berittene Jäger die Meute akustisch orten und ihrer Bewegung folgen konnte — ein funktionaler Bestandteil der Jagdarbeit, kein Fehlverhalten. Im modernen Alltag wird genau dieses tief verankerte, funktionale Lautverhalten häufig als störend empfunden.

Weil die Rasse traditionell in Meuten gehalten wurde, ist der Englische Foxhound ausgesprochen gesellig und verträglich gegenüber Artgenossen; Laut Kynologie und Rassebeschreibungen kommt er gut mit anderen Hunden, Pferden, Kindern und Haustieren aus und gilt als sanft, sozial und tolerant — bei gleichzeitig sehr hohem Energie- und Ausdauerbedarf.

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Erziehung & Beschäftigung

Die Erziehung des Englischen Foxhounds profitiert von positiver Verstärkung: Die Rasse ist über Futter gut belohnungsmotiviert, was die Grunderziehung erleichtert, sofern konsequent gearbeitet wird. Von Dominanzansätzen wird grundsätzlich abgeraten — sie sind wissenschaftlich überholt und für den kooperativen, futterorientierten Lerntyp des Foxhounds wenig zielführend.

Beim Rückruf gelten realistische Erwartungen wie bei kaum einer anderen Rasse: Da der Foxhound als Meutespürhund auf eigenständiges, vom Hundeführer entferntes Verfolgen einer Fährte selektiert wurde, ist ein hundertprozentig zuverlässiger Freilauf-Gehorsam in der Nähe einer interessanten Fährte kaum realistisch erreichbar. Das ist keine Frage von Sturheit oder fehlendem Training, sondern eine strukturelle Eigenschaft der Rasse. Der Rückruf sollte deshalb systematisch über eine Ablenkungs- und Distanzhierarchie aufgebaut werden, beginnend in reizarmer Umgebung; eine sichere, lückenlose Einzäunung ist keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung.

Sein Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf liegt bei „sehr hoch”: Der Foxhound wurde für die berittene Jagd mit langen, ausdauernden Jagden gezüchtet und braucht entsprechend viel täglichen, gesicherten Auslauf. Reine Spaziergänge werden ihm selten gerecht — gezielte Nasenarbeit, Fährten- bzw. Mantrailing-Ähnliche Übungen und kontrollierte Suchspiele können seine körperliche und geistige Auslastung am besten decken und reduzieren zugleich unerwünschtes eigenmächtiges Auf-der-Fährte-Gehen. Hundeschulen mit Angeboten zu Rückruftraining unter Ablenkung sowie zu Nasenarbeit sind für diese Rasse besonders empfehlenswert.

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Pflege & Gesundheit

Der Englische Foxhound hat ein kurzes, dichtes und gegen schlechte Witterung widerstandsfähiges Haarkleid. Der Pflegeaufwand ist im Rassenvergleich gering: regelmäßiges Bürsten reicht aus, eine professionelle Schur ist nicht nötig. Da Fell und Unterfell den Wind gut abhalten, ist der Foxhound auch bei schlechtem Wetter ein robuster Begleithund. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle und Pflege der langen Hängeohren: Sie schränken die Belüftung des Gehörgangs ein, was bei Laufhunden als häufige Ursache für Ohrenprobleme gilt — eine allgemeine Hound-Eigenschaft, die auch beim Englischen Foxhound berücksichtigt werden sollte.

Zur Gesundheit wird die Rasse über mehrere unabhängige Quellen hinweg als insgesamt sehr gesund und robust beschrieben (Wikipedia spricht von “very few health problems”). Gelegentlich werden chronische Hüftgelenksdysplasie, Nierenerkrankungen und Epilepsie genannt; da es wegen der Seltenheit der Rasse kaum belastbare, peer-reviewte rassespezifische Prävalenzdaten gibt, wird hier bewusst qualitativ formuliert (gelegentlich, kein Prozentwert). Eine gesundheitliche Auffälligkeit im Sinne von § 11b TierSchG — also eine im Rassestandard angelegte, jedes Tier betreffende schädigende Übertreibung wie Brachyzephalie, Chondrodystrophie oder exzessive Hautfalten — liegt beim proportionalen, funktionalen Körperbau des Englischen Foxhounds nicht vor.

Da es sich um eine seltene Rasse mit dünner Datenlage handelt, sollte bei der Züchterwahl auf einen fundierten, gesundheitlich guten Zuchtbestand geachtet werden; mangels rassespezifischer Screenings-Empfehlungen ist eine tierärztliche Beratung im Einzelfall sinnvoll.

Redaktionelle Einordnung des Lexikons: Der Englische Foxhound weist keine Merkmale auf, die als Qualzucht im Sinne von § 11b TierSchG zu bewerten wären — die endgültige Bewertung obliegt jedoch den zuständigen Behörden.

Für wen geeignet?

  • Familien: Gut geeignet mit Vorbehalt: freundlich, gesellig und tolerant gegenüber Kindern — wegen des sehr hohen Bewegungs- und Fährtenbedarfs braucht der Garten aber eine sichere, lückenlose Einzäunung und der Alltag viel Zeit für Bewegung.
  • Einsteiger: Nur mit ausgeprägtem Grundwissen: Freundlichkeit und Futtermotivation erleichtern die Erziehung, ein zuverlässiger Freilauf-Rückruf ist aber selbst mit gutem Training kaum realistisch — wer das einplant und viel Zeit hat, kommt zurecht, ein „einfacher“ Anfängerhund ist er nicht.
  • Sportlich Aktive: Sehr gut geeignet, insbesondere für aktive Menschen mit viel Geld an Zeit: ausgedehnte, gesicherte Läufe, Nasenarbeit, Fährten- und Sucharbeit decken den sehr hohen Ausdauer- und Beschäftigungsbedarf der Rasse.
  • Senioren/wenig Aktive: Eher weniger geeignet ohne Unterstützung: Der sehr hohe Bewegungs- und Ausdauerbedarf, die ausgeprägte Lautfreude und die starke Fährten-/Fluchtneigung stellen für wenig aktive Halter erhebliche Herausforderungen dar.

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Keine rassespezifisch belegte Risikohäufung — Details im Steckbrief.
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Professionelle Fellpflege
Der Englische Foxhound hat ein kurzes, dichtes und gegen schlechte Witterung widerstandsfähiges Haarkleid.
Hundehaftpflicht
In vielen Bundesländern Pflicht
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Optional — frei wählbare Unterstützung je nach Bedarf
NEU
BERECHNET
Einmalig
Anschaffung
Erstausstattung
Monatlich
FutterFutter-Empfehlung folgt
Tierarzt-Rücklage
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Fellpflege
Jährlich
Hundesteuer
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Laufende Kosten / Monat
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Alle Werte sind Bandbreiten (keine Einzelpreise), basierend auf Referenzwerten (Fressnapf, zooplus, VDH, GOT). Gesundheits-Aufschlag = transparenter Prozentsatz.

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FREI-
SCHALTUNG
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Der Englische Foxhound wurde über Generationen als Meutehund für die berittene Jagd selektiert: Sein historischer Auftrag bestand darin, den Fuchs über weite Strecken ausdauernd zu verfolgen und dabei mit der Meute zusammenzuarbeiten, ohne ständige Rückversicherung beim berittenen Jäger. In der ursprünglichen Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – …

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Häufige Fragen zum Englischer Foxhound

Ist der Englische Foxhound anfängergeeignet?

Kein pauschales Ja oder Nein: Freundlichkeit und Futtermotivation machen die Grunderziehung relativ zugänglich, doch der sehr hohe Bewegungs-, Ausdauer- und geistige Beschäftigungsbedarf sowie der starke Fährteninstinkt (mit entsprechend schwierigem Freilauf-Rückruf) setzen viel Erfahrung, Zeit und einen sicher eingezäunten Garten voraus.

Warum hört mein Englischer Foxhound beim Spaziergang manchmal nicht mehr auf mich?

Als Meutespürhund wurde er auf eigenständiges, weit vom Hundeführer entferntes Verfolgen einer Fährte selektiert. Auf einer frischen Spur treten andere Sinnesreize, einschließlich Rückrufkommandos, stark in den Hintergrund — kein Ungehorsam, sondern ein sensorischer Fokuszustand der Zuchtgeschichte.

Wie viel Auslauf braucht ein Englischer Foxhound?

Sehr viel: Der Bewegungsbedarf liegt bei „sehr hoch”. Reine Spaziergänge reichen meist nicht — ausgedehnte, gesicherte Ausläufe plus gezielte Nasenarbeit/Fährtenarbeit sind die artgerechteste Ergänzung, um Unterforderung zu vermeiden.

Ist der Englische Foxhound ein Listenhund?

Nein. Der Englische Foxhound steht in keinem der 16 Bundesländer auf einer Rasseliste für gefährliche Hunde — weder bundesweit noch landesrechtlich.

Ist der Englische Foxhound die gleiche Rasse wie der American Foxhound?

Nein. Der American Foxhound trägt einen nah verwandten Namen und teilt dieselbe FCI-Sektion, besitzt aber einen eigenen Standard (FCI Nr. 303, Herkunft USA) und ist als eigenständige Rasse zu führen — er ist leichter und knochenmäßig zierlicher gebaut und wurde in einer anderen Jagdtradition selektiert.

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