Kontinentaler Zwergspaniel

Papillon — Ohrvarietät des Kontinentalen Zwergspaniels
Kontinentaler Zwergspaniel – Rasseportrait

FCI-Gruppe 9 · Sektion 9 · Kontinentaler Zwergspaniel und Russischer Zwerghund (aktuelle FCI-Live-Nomenklatur: »Continental Toy Spaniel and others«; ältere Standardtext-/Zuchtvereinsfassung nennt abweichend Sektion 10 — siehe varietaeten_check)

Kontinentaler Zwergspaniel

Kleine langhaarige Gesellschaftshunde vom Schoßhund-Typ sind auf europäischen Adelsporträts bereits ab dem 16. Jahrhundert dokumentiert (Gemälde u. a. von Tizian und anderen Renaissance-Malern zeigen kleine spanielartige Schoßhunde) … Wichtig zu wissen: Patellaluxation, progressive Retinaatrophie Typ PRA1 (»PAP-PRA1«, CNGB1-Gen, autosomal-rezessiv), neuroaxonale Dystrophie (NAD, PLA2G6-Gen, autosomal-rezessiv, selten aber schwerwiegend), zusätzlich allgemeine Kleinrassen-Risiken wie offene Fontanelle und Zahnfehlstellungen/Zahnstein-Neigung.

Größe

♂ 28 cm · ♀ 28 cm

Gewicht

♂ 2,5 kg · ♀ 2,5 kg

Lebenserwartung

13–16 Jahre

Aktivität

Mittel

Kosten / Monat

ca. 45–120 €

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Steckbrief

FCI-Gruppe

Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 9 (Kontinentaler Zwergspaniel und Russischer Zwerghund (aktuelle FCI-Live-Nomenklatur: »Continental Toy Spaniel and others«; ältere Standardtext-/Zuchtvereinsfassung nennt abweichend Sektion 10 — siehe varietaeten_check)), FCI-Standard Nr. 77 — 17.09.1990 (Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards laut FCI-Dokumentkopf; deutsche Übersetzung publiziert 06.04.1998; seither unverändert in Kraft, keine neuere Revision gefunden)

Herkunft

Frankreich und Belgien (FCI-Standard Nr. 77 nennt ungewöhnlicherweise beide Länder gemeinsam als Ursprung, kein alleiniger Anspruch eines einzelnen Landes)

Größe

Rüde: ca. 28 cm Widerristhöhe (FCI-Standard Nr. 77; identisch für Rüden und Hündinnen sowie für beide Ohrvarietäten Papillon/Phalène; Standard nennt nur diesen einen Richtwert, keine separate Ober-/Untergrenze in cm) · Hündin: ca. 28 cm Widerristhöhe (FCI-Standard Nr. 77; identisch für Rüden und Hündinnen sowie für beide Ohrvarietäten Papillon/Phalène; Standard nennt nur diesen einen Richtwert, keine separate Ober-/Untergrenze in cm)

Gewicht

Rüde: unter 2,5 kg oder 2,5 bis 4,5 kg (FCI-Standard Nr. 77, zwei offiziell zulässige Gewichtskategorien; disqualifizierendes Minimalgewicht 1,5 kg; identisch für beide Ohrvarietäten Papillon/Phalène) · Hündin: unter 2,5 kg oder 2,5 bis 5 kg (FCI-Standard Nr. 77, zwei offiziell zulässige Gewichtskategorien; disqualifizierendes Minimalgewicht 1,5 kg; identisch für beide Ohrvarietäten Papillon/Phalène)

Lebenserwartung

13–16 Jahre (Quellen variieren: Rasseportale/Züchterportale nennen teils 13–15, teils 14–16 Jahre; keine dedizierte peer-reviewte Kohortenstudie mit rassespezifischer Lebenserwartung gefunden — die großen britischen VetCompass-Auswertungen (O’Neill et al.) führen den Kontinentalen Zwergspaniel nicht unter den separat ausgewiesenen häufigsten Rassen, daher hier als Sekundärquellen-Spanne gekennzeichnet)

Fellfarben

Auf weißem Grund alle Farben zugelassen (FCI-Standard Nr. 77); am Rumpf und an den Gliedmaßen muss Weiß im Verhältnis zur Farbe vorherrschen, eine weiße Kopfblesse wird gerne gesehen, ein vorwiegend weißer Kopf gilt dagegen als Fehler; Nasenschwamm, Lefzen und Augenlider müssen pigmentiert sein

Aktivitätslevel

Mittel — Der FCI-Standard selbst beschreibt das Wesen nur knapp im Abschnitt Allgemeines Erscheinungsbild: »lebhaft und anmutig, jedoch auch robust, und stolz in seiner …

Pflegeaufwand

Mittel — Das lange, seidige Haarkleid ohne Unterwolle (FCI-Standard Nr. 77) haart vergleichsweise wenig, verfilzt aber an Ohrfransen, Halskrause und der »Hose« an den Oberschenkeln, wenn …

Anfängergeeignet

Kein pauschales Ja oder Nein: Die enge Bindungsbereitschaft und der überschaubare Platzbedarf erleichtern den Einstieg, doch die geringe Körpergröße (teils unter 2,5 kg) verlangt von Einsteigern ein aktives Bewusstsein für Verletzungsrisiken im Alltag (Türen, Stürze, große Hunde, unbeaufsichtigte Kinder) sowie konsequentes Management des Aufmerksamkeits-Bellens. Wer sich mit Handling, früher Sozialisierung und Lerntheorie auseinandersetzt, findet in der Rasse einen anpassungsfähigen, überdurchschnittlich lernfreudigen Begleiter.

Listenhund-Status

Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 21.08.2026)

Geschätzte Kosten

Anschaffung 900–3.000 € · laufend ca. 45–120 €/Monat — Details im Kostenrechner unten

Herkunft & Geschichte

Kleine langhaarige Gesellschaftshunde vom Schoßhund-Typ sind auf europäischen Adelsporträts bereits ab dem 16. Jahrhundert dokumentiert (Gemälde u. a. von Tizian und anderen Renaissance-Malern zeigen kleine spanielartige Schoßhunde); die deutsche Wikipedia verweist zusätzlich auf noch frühere italienische Ölgemälde des 13./14. Jahrhunderts mit einem ähnlichen Hundetyp in Verbindung mit adligen Personen — eine lückenlose, ununterbrochene Zuchtlinie bis in diese frühe Zeit lässt sich daraus aber nicht ableiten, da es sich um Darstellungen eines allgemeinen Schoßhund-Typs handelt, nicht zwangsläufig um direkte Vorfahren der heutigen Rasse im engeren Sinn.

Populäre Anekdoten, wonach namentlich Marie-Antoinette oder Ludwig XIV. Hunde dieses Typs gehalten hätten, kursieren zwar breit in Rasseportalen und auf Züchter-Websites, sind aber nicht mit einer belastbaren Primärquelle belegt — hier bewusst nicht als gesicherte Tatsache übernommen (»plausibel, aber nicht belegt — hier nicht behauptet«). Dokumentiert ist dagegen, dass kleine spanielartige Gesellschaftshunde über Jahrhunderte an mehreren europäischen Höfen verbreitet waren, u. a. belegt durch ein Porträt der Königin Sophie Dorothea von Preußen aus dem Jahr 1737 mit einem Hund dieses Typs.

Systematische, dokumentierte Zuchtarbeit setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich und Belgien ein; 1905 wurde ein erster Rassestandard festgelegt. Ursprünglich trug die Rasse ausschließlich Hängeohren — die heute nach dem Standard benannte Phalène-Form gilt als die ältere, ursprüngliche Ohrform. Die stehohrige Papillon-Variante entwickelte sich erst später aus der Zucht heraus (Sekundärquellen datieren dies uneinheitlich, teils um das Jahr 1700, teils erst im späteren 19. Jahrhundert — hier bewusst keine exakte Jahreszahl behauptet); bis heute werden beide Ohrformen teils im selben Wurf geboren, sämtliche Welpen kommen zunächst mit Hängeohren zur Welt, bei einem Teil richten sich die Ohren erst in den ersten Lebenswochen bis -monaten auf.

Die FCI führt sowohl Frankreich als auch Belgien gemeinsam als Ursprungsland (FCI-Standard Nr. 77) — anders als bei vielen anderen Rassen wird hier kein alleiniger Ursprungsanspruch gestellt. Der aktuell gültige FCI-Standard datiert vom 17.09.1990 (deutsche Übersetzung publiziert 06.04.1998) und ist bis heute unverändert in Kraft. In Deutschland vertritt der Papillon & Phalène Club Deutschland e. V. (VDH/FCI-Mitgliedsverein) die Rasse.

Wesen & Charakter

Der FCI-Standard selbst beschreibt das Wesen nur knapp im Abschnitt Allgemeines Erscheinungsbild: »lebhaft und anmutig, jedoch auch robust, und stolz in seiner Haltung«. Ergänzend listet der Standard »aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde« als disqualifizierenden Fehler — die Rasse wird also aktiv gegen Aggressivität und übertriebene Ängstlichkeit selektiert. Ausführlichere Charakterbeschreibungen (»verspielt«, »anhänglich«, »wachsam«) stammen dagegen nicht aus dem FCI-Standardtext selbst, sondern aus Sekundärquellen wie dem deutschen Rasseclub und Rasseportalen — diese Unterscheidung wird hier bewusst transparent gemacht.

Anders als bei den meisten anderen Rassen in diesem Lexikon lässt sich das Alltagsverhalten des Kontinentalen Zwergspaniels NICHT über die modifizierte Coppinger-Instinktkette (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) herleiten: Der FCI-Standard führt die Rasse ausdrücklich als »Gesellschaftshund«, ohne Arbeitsprüfung und ohne dokumentierten jagdlichen Verwendungszweck — anders etwa als bei Vorstehhunden, bei denen das Fixieren gezielt verstärkt wurde, oder bei Apportierhunden, bei denen der Fangbiss zu sanftem Tragen umgelenkt wurde.

Was die ausgeprägte Anhänglichkeit stattdessen erklärt, ist kein rassespezifischer Zuchteffekt, sondern ein allgemeines Domestikationsmerkmal aller Hunde: Hunde bauen zum Menschen ein bindungsähnliches Verhalten auf, nachweisbar im Fremde-Situation-Test (Topál et al. 1998) und begleitet von einer wechselseitigen Oxytocin-Blickkontakt-Schleife zwischen Hund und Halter (Nagasawa et al. 2015, Science). Der Zuchtzweck »Gesellschaftshund« bedeutet dabei nur, dass beim Kontinentalen Zwergspaniel — anders als bei Hüte- oder Distanzarbeit-Rassen — keine gegenläufige Arbeitsselektion stattfand, die dieses allgemeine Bindungsverhalten hätte zurückdrängen können; er erklärt nicht die Bindung selbst. Wie stark sich diese Anlage im Alltag zeigt, wird zusätzlich individuell durch Lernerfahrung geprägt: Nähe zum Menschen ist für den Hund eine angenehme, oft verstärkte Konsequenz.

Das häufig als »anhänglich bis fordernd« beschriebene Verhalten — etwa das Bellen, wenn Aufmerksamkeit ausbleibt — ist dabei kein Instinktrelikt, sondern lerntheoretisch erklärbares Sozial- und Erregungsverhalten: Wird Bellen (auch unabsichtlich, etwa durch Blickkontakt oder Ansprache) mit Aufmerksamkeit belohnt, festigt sich dieses Verhalten unabhängig von der Rasse. Bei einer Rasse, die überhaupt keine unterdrückte Jagd- oder Wachfunktion mitbringt, ist diese lerntheoretische Erklärung besonders naheliegend — hier wird bewusst nicht von einem vererbten »Wachtrieb« gesprochen, wo keiner belegt ist.

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Erziehung & Beschäftigung

Die hohe Lernfreudigkeit macht den Kontinentalen Zwergspaniel grundsätzlich gut erziehbar — positive Verstärkung mit klaren, konsequenten Strukturen ist Grundlage, von Dominanzansätzen ist grundsätzlich abzuraten. Formulierungen wie »der Hund muss lernen, wer der Chef ist« sind wissenschaftlich überholt und bei einem so kleinen, körperlich unterlegenen Hund zusätzlich unangemessen.

Praxisrelevant ist der Umgang mit Aufmerksamkeits-Bellen: Hat der Hund gelernt, dass Bellen zuverlässig Aufmerksamkeit einbringt, wird er bei konsequenter Nichtbeachtung zunächst intensiver bellen, bevor das Verhalten nachlässt — ein klassischer Extinktionsburst (Skinner). Gibt der Halter in genau diesem Moment nach, wird das Verhalten auf höherem Niveau stabilisiert. Konsequentes Ignorieren bei gleichzeitiger Belohnung ruhigen Verhaltens ist zielführender.

Eine vielzitierte Studie (Arhant et al. 2010, Applied Animal Behaviour Science) zeigt zudem: Halter kleinerer Hunde trainieren im Schnitt inkonsequenter und seltener gezielt als Halter größerer Hunde — mit der Folge, dass kleine Hunde von ihren Haltern als weniger gehorsam und erregbarer eingeschätzt werden. Für den Kontinentalen Zwergspaniel bedeutet das: dieselbe konsequente, strukturierte Erziehung wie bei einem großen Hund einplanen, nicht weniger.

Wegen des geringen Körpergewichts (teils unter 2,5 kg) gehört ein strukturiertes Handling-Training — ruhiges Hochheben, Tragen, Absetzen — ebenso zur Grunderziehung wie Sitz oder Rückruf; Kinder und Besucher sollten den behutsamen Umgang aktiv erlernen. Trotz der geringen Größe gilt die Rasse in mehreren Quellen als überdurchschnittlich bewegungsfreudig und lernfähig für einen Toy-Hund und zeigt in der Agility-Szene überdurchschnittliche Erfolge für ihre Größenklasse — gezielte kognitive und leichte sportliche Beschäftigung (Trick-Dogging, Mini-Agility, Nasenarbeit) ist entsprechend sinnvoll.

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Pflege & Gesundheit

Das lange, seidige Haarkleid ohne Unterwolle (FCI-Standard Nr. 77) haart vergleichsweise wenig, verfilzt aber an Ohrfransen, Halskrause und der »Hose« an den Oberschenkeln, wenn es nicht regelmäßig (etwa 1- bis 2-mal wöchentlich) gebürstet wird. Eine professionelle Schur wie beim Pudel ist nicht nötig. Kein Beleg für ein von der Phalène-Varietät abweichendes Krankheitsrisikoprofil: PAP-PRA1, NAD und Patellaluxation betreffen laut den zugrundeliegenden Studien beide Ohrvarietäten gemeinsam, ohne Differenzierung — wie Ge …

Gesundheitlich dokumentiert ist zunächst Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung) — wie bei vielen kleinen Rassen ein rassetypisches Risiko, weshalb der zuständige deutsche Rasseclub eine entsprechende tierärztliche Untersuchung vor der Zuchtzulassung empfiehlt.

Für die progressive Retinaatrophie vom Typ PRA1 (»PAP-PRA1«) wurde die ursächliche Genmutation im CNGB1-Gen identifiziert (Ahonen et al. 2013, PLOS ONE: »A CNGB1 Frameshift Mutation in Papillon and Phalène Dogs with Progressive Retinal Atrophy«) — die Studie fand die Mutation in einer Kohorte von 145 untersuchten Papillons und Phalènes mit einer Trägerfrequenz von 17,2 % und führt rund 70 % der PRA-Fälle in der Rasse darauf zurück. Autosomal-rezessiver Erbgang: Nur Hunde mit zwei mutierten Kopien erkranken, ein DNA-Gentest steht zur Verfügung und wird von Zuchtvereinen empfohlen.

Zusätzlich ist eine seltene, aber schwerwiegende neuroaxonale Dystrophie (NAD) beim Papillon dokumentiert, verursacht durch eine Mutation im PLA2G6-Gen (Studie: »Identification of the PLA2G6 c.1579G>A Missense Mutation in Papillon Dog Neuroaxonal Dystrophy Using Whole Exome Sequencing Analysis«, PLOS ONE) — betroffene Welpen zeigen ab einem Alter von etwa 2–3 Monaten fortschreitende Bewegungsstörungen (Ataxie, Tremor), ebenfalls autosomal-rezessiv und testbar. Beide Gentests (PRA1, NAD) sind rassespezifisch entwickelt und sollten bei der Zuchtauswahl berücksichtigt werden.

Häufig in allgemeiner tierärztlicher Literatur zu Kleinstrassen genannt, aber nicht mit einer eigenen, rassespezifischen Studie für den Kontinentalen Zwergspaniel belegt: offene Fontanelle (bei den meisten betroffenen Welpen ohne eigenen Krankheitswert, in Verbindung mit Hydrozephalus aber ernst zu nehmen) sowie Zahnfehlstellungen/Zahnengstand mit erhöhter Zahnstein-Neigung — hier ausdrücklich als allgemeine Kleinrassen-Übertragung gekennzeichnet, nicht als rassespezifisch belegter Fakt.

Redaktionelle Qualzucht-Einordnung des Lexikons (Stand 21.08.2026): Der FCI-Standard Nr. 77 definiert für die Gewichtskategorie unter 2,5 kg ausdrücklich ein disqualifizierendes Minimalgewicht von 1,5 kg — die Zucht ist damit, anders als beim Yorkshire Terrier (keine definierte Untergrenze, dort qualzucht_flag=ja), nicht auf eine grenzenlose Verkleinerung ausgerichtet. Nach der verbindlichen Qualzucht-Linie dieses Lexikons (»Extrem-Miniaturisierung OHNE Untergrenze« als Auslöser für qualzucht_flag=ja) erfüllt der Kontinentale Zwergspaniel dieses Kriterium damit NICHT: qualzucht_flag=nein. Das dokumentierte Erbkrankheits-Risikoprofil (PAP-PRA1, NAD, Patellaluxation) rechtfertigt gleichzeitig risikoflag_rechner=ja (Begründung siehe Steckbrief-Feld risikoflag_begruendung). Ein »Teacup«-/Mini-Trend, der gezielt auf eine Unterschreitung selbst des zulässigen Minimalgewichts von 1,5 kg abzielt, liegt außerhalb des offiziellen Zuchtziels und wird von diesem Lexikon nicht empfohlen. § 11b TierSchG (aktuell gültige Fassung, gesetze-im-internet.de) bewertet Zuchtmaßnahmen individuell nach dem tatsächlichen Ergebnis; eine pauschale Einordnung obliegt den zuständigen Behörden, nicht diesem Lexikon.

Für wen geeignet?

  • Familien: Bedingt bis gut geeignet: Der Kontinentale Zwergspaniel ist laut Standard nicht auf Ängstlichkeit oder Aggressivität selektiert und gilt in Sekundärquellen als kinderlieb, seine geringe Körpergröße macht ihn aber verletzlich im Umgang mit kleinen Kindern — unbeaufsichtigtes, grobes Spiel oder versehentliches Treten/Fallenlassen kann zu ernsthaften Verletzungen führen, weshalb Familien mit sehr jungen Kindern den Umgang aktiv anleiten sollten.
  • Einsteiger: Mit Grundwissen machbar, aber kein Selbstläufer: Der überschaubare Pflege- und Platzbedarf erleichtert den Einstieg, doch Einsteiger unterschätzen häufig sowohl den nötigen Handling- und Sozialisationsaufwand als auch das Management des Aufmerksamkeits-Bellens.
  • Sportlich Aktive: Für Halter mit Interesse an leichtem Hundesport gut geeignet: Die Rasse gilt als überdurchschnittlich bewegungsfreudig und lernfähig für einen Toy-Hund und zeigt in der Agility-Szene für ihre Größenklasse überdurchschnittliche Erfolge — für Halter, die einen ausdauerstarken Sportpartner im klassischen Sinn suchen, ist sie wegen der geringen Körpergröße dennoch nicht die naheliegendste Wahl.
  • Senioren/wenig Aktive: Gut geeignet: Der geringe Platz- und Grundbewegungsbedarf sowie die ausgeprägte Anhänglichkeit passen gut zu einem ruhigeren Lebensstil — Senioren mit eingeschränkter Feinmotorik oder Gleichgewicht sollten den sicheren Umgang (sicheres Tragen, Sturzvermeidung) dennoch bewusst einüben, damit die geringe Größe nicht zum Risiko für den Hund wird.

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Patellaluxation, progressive Retinaatrophie Typ PRA1 (»PAP-PRA1«, CNGB1-Gen, autosomal-rezessiv), neuroaxonale Dystrophie (NAD, PLA2G6-Gen …
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Das lange, seidige Haarkleid ohne Unterwolle (FCI-Standard Nr. 77) haart vergleichsweise wenig, verfilzt aber an Ohrfransen, Halskrause und der »Hose« an den Oberschenkeln, wenn es nicht regelmäßig (etwa 1- bis 2-mal …
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Für die meisten Rassen in diesem Lexikon lässt sich Alltagsverhalten über die modifizierte Beutefangsequenz nach Coppinger herleiten (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen). Beim Kontinentalen Zwergspaniel funktioniert diese Herleitung nicht: Der FCI-Standard Nr. 77 führt die Rasse ausdrücklich …

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Häufige Fragen zum Kontinentaler Zwergspaniel

Was ist der Unterschied zwischen Papillon und Phalène?

Beide sind laut FCI-Standard Nr. 77 dieselbe Rasse mit denselben Größen-, Gewichts- und Wesensvorgaben — der einzige definierte Unterschied liegt in der Ohrhaltung: Der Papillon trägt die Ohren aufgerichtet (Stehohr), die Phalène hängend (Hängeohr). Beide Varietäten können sogar im selben Wurf geboren werden und sind bei Ausstellungen gleichrangig zugelassen.

Ist der Kontinentale Zwergspaniel eine Qualzucht?

Nach der redaktionellen Einordnung dieses Lexikons: nein. Anders als z. B. beim Yorkshire Terrier definiert der FCI-Standard Nr. 77 ein disqualifizierendes Minimalgewicht von 1,5 kg — die Zucht ist damit nicht auf grenzenlose Verkleinerung ausgerichtet. Dennoch bleibt die Rasse sehr klein, mit dokumentiertem, peer-reviewt belegtem Risiko für PAP-PRA1 (CNGB1-Gen), NAD (PLA2G6-Gen) und Patellaluxation (risikoflag_rechner=ja). Eine tierschutzrechtliche Bewertung im Einzelfall (§ 11b TierSchG) obliegt den zuständigen Behörden.

Ist der Kontinentale Zwergspaniel anfängergeeignet?

Kein pauschales Ja oder Nein: Die enge Bindungsbereitschaft und der überschaubare Pflegeaufwand erleichtern die Haltung, doch Einsteiger sollten sich aktiv mit dem sicheren Handling eines sehr kleinen Hundes sowie mit dem konsequenten Management des Aufmerksamkeits-Bellens auseinandersetzen.

Wie viel kostet ein Kontinentaler Zwergspaniel im Monat?

Laufend etwa 45–120 € im Monat (Futter, Tierarzt-Grundvorsorge, Versicherung, Fellpflege) — die Anschaffung eines Welpen aus VDH-Zucht liegt laut mehreren Rasseportalen meist zwischen 900 und 3.000 €, wobei die Phalène-Varietät wegen geringerer Verbreitung tendenziell etwas teurer angeboten wird als der Papillon. Wegen des dokumentierten Risikoprofils (u. a. PAP-PRA1, Patellaluxation) empfiehlt sich eine Krankenversicherung.

Werden Papillon und Phalène im selben Wurf geboren?

Ja, das ist möglich: Alle Welpen der Rasse kommen zunächst mit Hängeohren zur Welt. Bei einem Teil richten sich die Ohren innerhalb der ersten Lebenswochen bis -monate auf, der Welpe wird zum Papillon; bei anderen bleiben sie hängend, der Hund bleibt Phalène. Welche Ohrhaltung ein einzelner Welpe später zeigt, lässt sich direkt nach der Geburt daher noch nicht sicher vorhersagen.

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