Mops

Mops – Rasseportrait

FCI-Gruppe 9 · Sektion 11 · Kleine doggenartige Hunde

Mops

Der Mops gilt der FCI zufolge als Rasse mit Ursprung in China, wo „stumpfnasige Hunde immer beliebt waren“ (FCI-Standard Nr. 253). Wichtig zu wissen: Brachyzephales Obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS, ca. 54-fach erhöhtes Risiko gegenüber anderen Rassen, O’Neill et al. 2022); Keilwirbelbildung/Hemivertebrae (bei 17,6 % neurologisch unauffälliger Möpse nachweisbar, bei 4,7 % klinisch relevant, De Decker et al. 2019) …

Größe

♂ 253 · ♀ 253

Gewicht

♂ 6,3 · ♀ 6,3

Lebenserwartung

7,65 Jahre

Aktivität

Gering

Kosten / Monat

ca. 45–140 €

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Steckbrief

FCI-Gruppe

Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 11 (Kleine doggenartige Hunde), FCI-Standard Nr. 253 — Deutsche Fassung veröffentlicht am 21.02.2025; darin ausgewiesenes Datum der Publikation des gültigen offiziellen (englischsprachigen) Originalstandards: 10.08.2023

Herkunft

China (von der FCI als Ursprungsland geführt); Patronat laut FCI: Großbritannien

Größe

Rüde: FCI-Standard Nr. 253 nennt keine Widerristhöhe, nur ein Idealgewicht (siehe unten) — in Sekundärquellen kursieren für den Rüden uneinheitliche Praxis-Richtwerte zwischen 25–30 cm und rund 30–36 cm (Quellen variieren erheblich, keine amtliche FCI-Angabe) · Hündin: FCI-Standard Nr. 253 nennt keine Widerristhöhe — Praxis-Richtwerte für die Hündin liegen in Sekundärquellen meist bei 25–30 cm (keine amtliche FCI-Angabe, unsicher, weitere Prüfung empfohlen)

Gewicht

Rüde: 6,3–8,1 kg (FCI-Idealgewicht laut Standard Nr. 253, geschlechtsunabhängig; tierärztliche Praxisdaten aus Großbritannien zeigen beim Rüden einen deutlich höheren Medianwert von 9,9 kg, Bereich 2,7–19,8 kg, was auf verbreitetes Übergewicht hindeutet — siehe Pflege & Gesundheit, Quelle O’Neill et al. 2016) · Hündin: 6,3–8,1 kg (FCI-Idealgewicht, geschlechtsunabhängig; Praxisdaten zeigen bei der Hündin einen Medianwert von 8,2 kg, Bereich 2,1–17,9 kg, näher am Idealgewicht als beim Rüden — Quelle O’Neill et al. 2016)

Lebenserwartung

7,65–13,5 Jahre — Quellen variieren erheblich: Populäre Ratgeberportale und Zuchtvereine nennen meist 12–13,5 Jahre; die bislang größte und methodisch belastbarste Studie mit echten Sterbedaten aus der tierärztlichen Primärversorgung in Großbritannien (Teng et al. 2022, Scientific Reports, Kohorte von 30.563 Hunden) ermittelte für den Mops eine mediane Lebenserwartung von lediglich 7,65 Jahren — die kürzeste unter allen ausgewerteten Rassen und deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 11,23 Jahren

Fellfarben

Silber, Apricot, hellfalbfarben (Fawn) oder Schwarz — laut FCI-Standard Nr. 253 jeweils in reiner Farbausprägung, mit klar abgegrenzten schwarzen Abzeichen (Maske, Ohren, Wangenflecken, Stirnraute „Diamant“ und durchgehendem Aalstrich vom Hinterhauptbein bis zur Rute)

Aktivitätslevel

Gering — Laut FCI-Standard zeichnet sich der Mops durch „viel Charme, Würde und Intelligenz“ aus und ist „ausgeglichen, fröhlich und lebhaft“.

Pflegeaufwand

Mittel — Das kurze, glatte Fell des Mops ist pflegeleicht in Bezug auf Bürsten, haart aber ganzjährig moderat bis stark — ein oft unterschätzter Aufwand.

Anfängergeeignet

Kein pauschales Ja oder Nein: Der geringe bis mittlere Bewegungsbedarf und die überschaubare Fellpflege erleichtern den Einstieg, doch der Mops verlangt überdurchschnittliches Grundwissen zu seiner brachyzephalen Anatomie — Hitze- und Belastungsmanagement, regelmäßige Faltenpflege und ein wacher Blick für Atemgeräusche als mögliches Warnsignal sind keine Kür, sondern Voraussetzung für eine verantwortungsvolle Haltung.

Listenhund-Status

Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 21.08.2026)

Geschätzte Kosten

Anschaffung 800–2.500 € · laufend ca. 45–140 €/Monat — Details im Kostenrechner unten

Herkunft & Geschichte

Der Mops gilt der FCI zufolge als Rasse mit Ursprung in China, wo „stumpfnasige Hunde immer beliebt waren“ (FCI-Standard Nr. 253). Über den genauen Ursprung „ist ziemlich viel diskutiert worden“, so der Standard selbst — belegt ist, dass kurzköpfige Hunde am chinesischen Kaiserhof über Jahrhunderte als reine Gesellschaftstiere gehalten wurden, lange bevor es eine systematische Rassezucht nach heutigem Verständnis gab.

Nach Europa gelangte der Mops über Geschäftsleute der Niederländischen Ostindien-Gesellschaft und wurde bereits um 1500 in den Niederlanden bewundert; er avancierte dort zum Symbol des Hauses Oranien. Nach England kam die Rasse, als Wilhelm III. von Oranien-Nassau 1689 den englischen Thron bestieg. Bis 1877 war in England ausschließlich die hellfalbfarbene Variante bekannt, bis ein schwarzes Zuchtpaar aus dem Orient eingeführt wurde.

Die FCI führt den Mops seit 21.02.2025 (deutsche Fassung, gültig seit 10.08.2023) unter Standard Nr. 253 in Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 11 (Kleine doggenartige Hunde), ohne Arbeitsprüfung — als Verwendungszweck nennt der Standard ausschließlich „Gesellschaftshund“. Anders als bei Jagd-, Hüte- oder Wachhunderassen gibt es in der dokumentierten Zuchtgeschichte des Mops keine Arbeitsfunktion, auf die sich heutiges Verhalten instinktiv zurückführen ließe (siehe Wesen & Charakter).

Diese über Jahrhunderte ausschließlich auf Aussehen und Nähe zum Menschen ausgerichtete Zuchtgeschichte ist zugleich der Ausgangspunkt für die heutige gesundheitliche Problematik der Rasse: Das charakteristische kurze, flache Gesicht, das den Mops unverwechselbar macht, ist gleichzeitig medizinisch belastet (ausführlich unter Pflege & Gesundheit).

Wesen & Charakter

Laut FCI-Standard zeichnet sich der Mops durch „viel Charme, Würde und Intelligenz“ aus und ist „ausgeglichen, fröhlich und lebhaft“. Diese Beschreibung lässt sich anders als bei den meisten FCI-Rassen kaum über die modifizierte Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) herleiten: Der Mops wurde nie auf eine Jagd-, Hüte- oder Wachfunktion selektiert, sondern über Jahrhunderte ausschließlich auf Gesellschaftsfunktion und ein bestimmtes äußeres Erscheinungsbild.

Das prägt das Wesen auf andere Weise: Der Mops zeigt eine ausgeprägte Orientierung am Menschen und eine im Rassenvergleich geringe Neigung zu eigenständigem, vom Halter unabhängigem Verhalten — plausibel als Resultat einer Zuchtgeschichte, die konsequent auf Nähe statt auf Arbeitsleistung ausgerichtet war; wissenschaftlich ist dies allerdings nicht durch eine eigene Bindungsverhalten-Studie zu dieser Rasse abgesichert und wird hier ausdrücklich als plausibel, aber nicht im engeren Sinne belegt gekennzeichnet.

Anatomisch bedingt ist die Körpersprache des Mops für Menschen schwerer lesbar als bei vielen anderen Rassen: Die vom Standard geforderten dauerhaften Stirnfalten, die eng eingerollte Rute und die vergleichsweise großen, hervortretenden Augen verändern die Sichtbarkeit klassischer Ausdruckssignale (ausführlich in Block D, Insight 2).

Wichtig für die Wesensbeschreibung ist außerdem die Abgrenzung von Verhalten und Gesundheit: Schnelle Ermüdung, verstärktes Hecheln oder Rückzug bei Anstrengung sind beim Mops nicht automatisch mit Unlust oder Charakter gleichzusetzen, sondern sollten immer auch als möglicher Hinweis auf die anatomisch eingeschränkte Atmung mitgedacht werden (siehe Pflege & Gesundheit).

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Erziehung & Beschäftigung

Die Grunderziehung des Mops stützt sich wie bei jeder Rasse auf Lerntheorie, positive Verstärkung und konsequenten Beziehungsaufbau — von jeder Form erzwungener Unterwerfung ist grundsätzlich abzuraten; die Vorstellung einer festen Rangordnung, die durch körperliche Überlegenheit erzwungen werden muss, gilt nach aktueller Forschung (u. a. Mech, Boitani) als widerlegt.

Eine rassespezifische Besonderheit betrifft das Beschäftigungsformat: Aufgrund der eingeschränkten Atmung (siehe Pflege & Gesundheit) sollten Trainings- und Spieleinheiten kurz, nicht überhitzend und mit ausreichend Verschnaufpausen gestaltet werden — lange Ausdauereinheiten oder intensives Zerrspiel bei Hitze sind für den Mops ungeeignet, unabhängig vom Trainingsstand.

Da der Mops nicht auf eine Arbeitsfunktion gezüchtet wurde, fehlt ihm eine naheliegende Beschäftigungsform wie Apportieren oder Hüten, auf die sich Trainingsinhalte ableiten ließen; geeignet sind stattdessen kognitiv fordernde, körperlich schonende Formate wie Nasenarbeit, Trick-Training oder kurze Rätsel- und Futterspiele.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der bei der Rasse dokumentiert hohe Anteil an Übergewicht (13–17 %, O’Neill et al. 2016/2022): Da die reguläre Futterration aus Gewichtsgründen eng kalkuliert werden sollte, empfiehlt es sich, einen Teil davon gezielt als Trainingsbelohnung zu verwenden statt zusätzliche Leckerlis zu geben. Wird ein zuvor belohntes Verhalten (z. B. Betteln) konsequent nicht mehr belohnt, ist mit einem kurzfristigen Extinktionsburst — einer vorübergehenden Verstärkung des Verhaltens — zu rechnen, bevor es nachlässt; das ist ein normaler Lernmechanismus und kein Zeichen von Sturheit. Bei anhaltenden Erziehungsfragen kann eine Hundeschule mit Erfahrung in Lerntheorie und brachyzephalen Rassen unterstützen.

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Pflege & Gesundheit

Das kurze, glatte Fell des Mops ist pflegeleicht in Bezug auf Bürsten, haart aber ganzjährig moderat bis stark — ein oft unterschätzter Aufwand. Deutlich pflegeintensiver ist die Nasenfalte im Gesicht: Weil überschüssige Haut eine dauerhafte Falte bildet, entsteht dort ein feucht-warmes Klima, das Hautfaltendermatitis (Intertrigo) begünstigt. Die Falte sollte daher etwa zwei- bis dreimal wöchentlich gereinigt und gründlich getrocknet werden.

Gesundheitlich steht die extreme Brachyzephalie im Zentrum: Das Brachyzephale Obstruktive Atemwegssyndrom (BOAS) — verursacht durch verlängertes Gaumensegel, verengte Nasenlöcher und verkleinerte Nasenmuscheln bei stark verkürztem Gesichtsschädel — betrifft laut O’Neill et al. (2022, Canine Medicine and Genetics) den Mops mit einer rund 54-fach erhöhten Odds Ratio gegenüber anderen Hunderassen (Prävalenz in der Studie: 6,6 %); die grundlegende Konformationsstudie dazu stammt von Packer et al. (2015, PLOS ONE). Dieselbe Studie von O’Neill et al. (2022) fand bei Möpsen zusätzlich deutlich erhöhte Risiken für Hornhautulzera (Odds Ratio 13,01) und Hautfaltendermatitis (Odds Ratio 10,98). Die CT-Studie von De Decker et al. (2019, Journal of Veterinary Internal Medicine) wies bei 17,6 % neurologisch unauffälliger Möpse thorakale Keilwirbel (Hemivertebrae) nach, bei 4,7 % mit klinischer Relevanz. Als weitere rassetypische, aber seltenere Erkrankung ist die Pug-Dog-Enzephalitis (nekrotisierende Meningoenzephalitis, NME/PDE) dokumentiert, für die u. a. das Veterinary Genetics Laboratory der UC Davis eine genetische Prädisposition beschreibt. Hinzu kommt eine hohe Adipositas-Rate von 13–17 % (O’Neill et al. 2016/2022) — der FCI-Standard selbst warnt ausdrücklich: „Substanz darf nicht mit Fettleibigkeit verwechselt werden.“

Diese Häufung erblich bedingter, teils schwerwiegender Gesundheitsrisiken berührt unmittelbar § 11b Tierschutzgesetz (aktuell gültige Fassung, gesetze-im-internet.de): Das Gesetz verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten — eine Einordnung, die in der veterinärmedizinischen und rechtlichen Fachdiskussion beim extrem brachyzephalen Mops wiederholt aufgegriffen wird. Auch gesetzgeberisch ist das Thema in Bewegung: Die Niederlande verbieten seit 2014 grundsätzlich die Zucht mit erblich stark belasteten Tieren (Besluit houders van dieren, Art. 3.4) und konkretisierten dies 2019 mit einem Bericht des Landwirtschaftsministeriums, der für kurznasige Rassen wie den Mops eine Mindest-Schnauzenlänge von einem Drittel der Kopflänge als Zuchtvoraussetzung festlegt.

Reaktionen aus der Zuchtszene selbst zeigen die Brisanz: Der Club für den Mops e. V. hat 2024 den Cambridge-BOAS-Test (Respiratory Function Grading Scheme) samt Nasenlöcher-Beurteilung als Pflichtuntersuchung zur Zuchtzulassung eingeführt („Projekt Mops 2.0“), um gezielt auf funktionalere, offenere Atemwege zu selektieren. Separat existiert der sogenannte „Retromops“ — keine eigenständige, FCI-anerkannte Rasse, sondern ein privates Einkreuzungsprojekt (u. a. mit dem Parson Russell Terrier) mit dem Ziel einer längeren Nase; unabhängige wissenschaftliche Vergleichsstudien zur Gesundheit von Retromops gegenüber dem Standard-Mops liegen nach aktueller Recherche nicht vor — unsicher, weitere Prüfung empfohlen.

Weitere dokumentierte Risiken: Augenerkrankungen durch die flache Augenhöhle (Neigung zu Exophthalmus, erhöhtes Bulbusprolaps-Risiko bereits bei geringer Gewalteinwirkung, z. B. Leinenruck am Halsband) sowie Otitis externa (Ohrenentzündung, Prävalenz je nach Studie zwischen rund 8 % und 13 %).

Für wen geeignet?

  • Familien: Bedingt geeignet: Der Mops ist menschenbezogen und in der Regel kinderlieb, doch Familien sollten die gesundheitlichen Einschränkungen (Hitzeempfindlichkeit, eingeschränkte Belastbarkeit durch BOAS-Risiko, regelmäßige Faltenpflege) aktiv in den Familienalltag einplanen statt sie als Nebensache zu behandeln.
  • Einsteiger: Machbar, aber kein anspruchsloser „Einsteigerhund“ im klassischen Sinn: Die überschaubare Grunderziehung wird durch den notwendigen Gesundheits- und Hitzemanagement-Aufwand aufgewogen — wer sich vorab mit BOAS, Faltenpflege und Gewichtskontrolle auseinandersetzt, kommt gut zurecht.
  • Sportlich Aktive: Eher ungeeignet in der klassischen Form: Der Mops ist wegen der eingeschränkten Atmung nicht für Ausdauersport, Joggen bei Wärme oder intensives Agility geeignet; kognitiv fordernde, körperlich schonende Beschäftigung ist die passendere Alternative zu klassischem Hundesport.
  • Senioren/wenig Aktive: Von der Bewegungsintensität her oft passend, da der Bewegungsbedarf gering bis mittel ist — allerdings sollten auch wenig aktive Halter das gesundheitliche Monitoring (Atemgeräusche, Gewicht, Hitzeschutz) realistisch leisten können, da dieses unabhängig vom eigenen Aktivitätslevel notwendig bleibt.

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Brachyzephales Obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS, ca. 54-fach erhöhtes Risiko gegenüber anderen Rassen, O’Neill et al. 2022) …
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Das kurze, glatte Fell des Mops ist pflegeleicht in Bezug auf Bürsten, haart aber ganzjährig moderat bis stark — ein oft unterschätzter Aufwand.
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Bei den meisten Rassen lässt sich ein Großteil des Alltagsverhaltens auf die modifizierte Beutefangsequenz nach Coppinger zurückführen (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen), die durch gezielte Zucht auf einen bestimmten Arbeitszweck verändert wurde. Beim Mops (international: Pug) funktioniert …

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Häufige Fragen zum Mops

Ist ein Mops für Anfänger geeignet?

Kein pauschales Ja oder Nein: Die Grunderziehung ist bei entsprechendem Grundwissen zur Lerntheorie vergleichsweise unkompliziert, doch der Mops verlangt überdurchschnittliches Wissen zu seiner brachyzephalen Anatomie — Hitzemanagement, Faltenpflege und das Erkennen von Atemwegs-Warnsignalen (siehe Pflege & Gesundheit) sind keine Option, sondern Voraussetzung. Wer diesen Aufwand realistisch einplant, kann als Einsteiger gut zurechtkommen.

Warum schnarcht mein Mops so laut — ist das normal für die Rasse?

Häufig ja im Sinne von verbreitet, aber nicht im Sinne von gesundheitlich unbedenklich: Lautes Schnarchen und Röcheln hängt beim Mops meist mit dem Brachyzephalen Obstruktiven Atemwegssyndrom (BOAS) zusammen. Eine tierärztliche Einschätzung, etwa mittels BOAS-Funktionstest, lohnt sich, statt das Geräusch nur als niedliche Marotte abzutun.

Wie viel kostet ein Mops im Monat?

Nach dem internen Kostenrechner-Modell etwa 45–140 € monatlich (Größenklasse klein, plus Risikoaufschlag wegen des dokumentierten Qualzucht-Risikos auf Tierarzt- und Versicherungskosten). Hinzu kommen Anschaffungskosten von rund 800–2.500 € bei einem seriösen VDH-Züchter; deutlich günstigere Angebote sollten wegen des Verdachts auf Vermehrerzucht kritisch hinterfragt werden.

Verträgt ein Mops Hitze und lange Spaziergänge?

Nur eingeschränkt: Die verengten oberen Atemwege erschweren die Wärmeabgabe über Hecheln, wodurch das Hitzschlagrisiko steigt. Spaziergänge gehören in die kühleren Tagesrandzeiten, Anstrengung und pralle Sonne sollten gemieden werden — ausführlich unter Erziehung & Beschäftigung.

Was ist ein „Retromops“ und ist er die gesündere Alternative?

Der Retromops ist keine eigenständige, FCI-anerkannte Rasse, sondern ein privates Zuchtprojekt, das den Mops u. a. mit dem Parson Russell Terrier einkreuzt, um eine längere Nase und offenere Atemwege zu erreichen. Züchter berichten von spürbar weniger Atemgeräuschen, doch unabhängige wissenschaftliche Vergleichsstudien zur Gesundheit gegenüber dem Standard-Mops liegen nach aktueller Recherche nicht vor — unsicher, weitere Prüfung empfohlen. Innerhalb des FCI-Standards selbst arbeitet u. a. der Club für den Mops mit dem Projekt „Mops 2.0“ und dem verpflichtenden Cambridge-BOAS-Test an denselben Zielen.

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