Pyrenäenberghund

Pyrenäenberghund – Rasseportrait

FCI-Gruppe 2 · Sektion 2.2 · Molossoide, Berghunde

Pyrenäenberghund

Der Pyrenäenberghund (Chien de Montagne des Pyrénées) ist laut FCI-Standard Nr. 137 seit undenklichen Zeiten in den Pyrenäen ansässig und war bereits im Mittelalter zur Bewachung von Schlössern im Einsatz … Wichtig zu wissen: HD/ED (Riesenrasse-typisch, Zuchtscreening laut Rasseclub/OFA), körpermasseabhängiges Osteosarkom-Risiko (O’Neill et al. 2023), Magendrehungs-Risiko durch tiefen Brustkorb (VCA/PetMD, Glickman-Forschung), für eine Riesenrasse untypische, aber laut AKC/OFA-CHF dokumentierte Patellaluxation …

Größe

♂ 70–80 cm · ♀ 65–75 cm

Gewicht

♂ 50–75 kg · ♀ 40–50 kg

Lebenserwartung

10–12 Jahre

Aktivität

Hoch

Kosten / Monat

ca. 150–280 €

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Steckbrief

FCI-Gruppe

Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde), Sektion 2.2 (Molossoide, Berghunde), FCI-Standard Nr. 137 — 13.03.2001 (Publikationsdatum des gültigen französischen Originalstandards laut FCI-Standard-Kopfzeile; deutsche Übersetzungsfassung vom 05.06.2002, englische Fassung vom 31.03.2005 laut fci.be)

Herkunft

Frankreich (Pyrenäen)

Größe

Rüde: 70–80 cm Widerristhöhe (FCI-Standard Nr. 137; sehr typischen Hunden wird nach oben eine Toleranz von 2 cm zugestanden) · Hündin: 65–75 cm Widerristhöhe (FCI-Standard Nr. 137; gleiche Toleranz von 2 cm nach oben)

Gewicht

Rüde: ca. 50–75 kg (FCI-Standard macht keine Gewichtsvorgabe; Praxis-Richtwerte streuen deutlich: 53–60 kg laut edogs.de, 60–70 kg laut zooroyal.de, bis 55–75 kg/120–165 lb laut englischsprachiger Sekundärquelle) · Hündin: ca. 40–50 kg (FCI-Standard macht keine Gewichtsvorgabe; edogs.de nennt 40–45 kg, zooroyal.de unterscheidet nicht nach Geschlecht – Praxis-Richtwert mit deutlicher Quellenstreuung)

Lebenserwartung

ca. 10–12 Jahre (Quellen variieren: edogs.de nennt 10–12 Jahre, zooroyal.de „12 Jahre und mehr“; die einzige peer-reviewte Kohortenstudie – McMillan et al. 2024, Scientific Reports – beziffert den Median in Großbritannien auf 10,9 Jahre, unterhalb des Gesamtmedians von 12,5 Jahren über alle untersuchten Rassen)

Fellfarben

Weiß oder Weiß mit dachsfarbenen (grau-braunen) oder wolfsgrauen, blassgelben oder orangefarbenen (rostigen) Flecken an Kopf, Ohren und Rutenansatz, manchmal auch am Körper; dachsfarbene Flecken werden laut Standard bevorzugt (FCI-Standard Nr. 137). Andere als die genannten Farben gelten als disqualifizierender Fehler.

Aktivitätslevel

Hoch — Der FCI-Standard beschreibt das Wesen des Pyrenäenberghundes unmittelbar aus seinem historischen Arbeitsauftrag: „Da der Hund ausschließlich zum Schutz der …

Pflegeaufwand

Mittel — Das lange, dichte Haarkleid mit ausgeprägter Unterwolle (laut FCI-Standard „dicht und schlicht, ziemlich lang und geschmeidig“) ist laut VDH-Rasselexikon vergleichsweise …

Anfängergeeignet

Kein pauschales Ja oder Nein: Mehrere unabhängige Rasseportale (edogs.de, zooroyal.de) raten Einsteigern von der Rasse ausdrücklich ab, da sie als Herdenschutzhund ausgeprägte Wach- und Schutzmotivation, hohes Körpergewicht und einen hohen Flächenbedarf mitbringt. Mit Grundwissen zu Lerntheorie und Sozialisation, konsequenter, ruhiger Führung und einem großen, sicher eingezäunten Grundstück ist die Rasse machbar – ganz ohne Vorerfahrung aber nicht empfehlenswert.

Listenhund-Status

Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 22.08.2026)

Geschätzte Kosten

Anschaffung 900–2.200 € · laufend ca. 150–280 €/Monat — Details im Kostenrechner unten

Herkunft & Geschichte

Der Pyrenäenberghund (Chien de Montagne des Pyrénées) ist laut FCI-Standard Nr. 137 seit undenklichen Zeiten in den Pyrenäen ansässig und war bereits im Mittelalter zur Bewachung von Schlössern im Einsatz; sein Vorhandensein wird im Standard ausdrücklich auf eine Dokumentation durch Gaston Phoebus im 14. Jahrhundert zurückgeführt. Im 17. Jahrhundert galt er laut Standard bereits als geschätzter Gesellschaftshund und war auch am Hof Ludwigs XIV. anzutreffen; englischsprachige Sekundärquellen berichten zudem von einer Verwendung zur Bewachung des Louvre.

Ursprünglich und über Jahrhunderte diente die Rasse ausschließlich dem Schutz von Schaf- und Ziegenherden in den Pyrenäen gegen Wölfe und Bären – zeitweise ausgestattet mit eisernen, mit Nägeln besetzten Schutzhalsbändern gegen Bisse von Raubtieren (englischsprachige Sekundärquelle). Historisch wurde der Pyrenäenberghund häufig gemeinsam mit dem kleineren Berger des Pyrénées eingesetzt: Während der Berger des Pyrénées die Herde aktiv zusammenhielt und trieb, übernahm der Pyrenäenberghund ausschließlich die Verteidigung gegen Angreifer – zwei unterschiedliche Rassen mit unterschiedlichem, sich ergänzendem Arbeitsauftrag, keine Varietäten voneinander (siehe Verwechslungsfalle oben).

Die erste ausführliche Rassebeschreibung stammt laut Standard aus dem Jahr 1897 (Graf von Bylandt); zehn Jahre später kam es zur Gründung der ersten Rasseklubs. 1923 ließ die „Vereinigung der Liebhaber der Pyrenäenhunde“ auf Initiative von Bernard Sénac-Lagrange den offiziellen Standard bei der Société Centrale Canine de France eintragen – der heutige, zuletzt am 13.03.2001 aktualisierte FCI-Standard Nr. 137 kommt dieser Fassung von 1923 laut eigener Aussage „immer noch sehr nahe“, es wurden vor allem Präzisierungen vorgenommen.

Nach der weitgehenden Ausrottung der Wölfe in Frankreich im 19. Jahrhundert verlor die Rasse zeitweise ihre ursprüngliche Arbeitsgrundlage und ging in der Population deutlich zurück; erst im 20. Jahrhundert erfolgte durch gezielte Zuchtarbeit eine Erholung. Mit der Rückkehr des Wolfs in Teile Frankreichs und der Alpenregion gewinnt die historische Schutzfunktion der Rasse nach übereinstimmenden Sekundärquellen (u. a. deutschsprachige Wikipedia) heute wieder praktische Bedeutung.

Wesen & Charakter

Der FCI-Standard beschreibt das Wesen des Pyrenäenberghundes unmittelbar aus seinem historischen Arbeitsauftrag: „Da der Hund ausschließlich zum Schutz der Herden gegen Angriffe durch Raubtiere verwendet wurde, beruhte seine Zuchtauswahl auf seiner Eignung als Wächter, auf seinem achtunggebietenden Auftreten und auch auf seiner Beziehung zu seiner Herde. Die sich hieraus ergebenden Eigenschaften sind Kraft und Wendigkeit sowie Sanftmut und Bindung an seine Schützlinge.“ Ergänzend nennt der Standard einen „Hang zur Unabhängigkeit und Eigeninitiative, der von seinem Herrn eine gewisse Autorität erfordert“ – kein zufälliger Charakterzug, sondern das erklärte Ergebnis jahrhundertelanger Selektion auf eigenständiges Bewachen großer Territorien fernab des Hirten.

Ethologisch lässt sich dieses Wach- und Schutzverhalten nach der Forschung von Coppinger (u. a. „Dogs: A New Understanding of Canine Origin, Behavior, and Evolution“) auf eine gegenüber Jagd- oder Hütehunden andersartig modifizierte Raubtiersequenz zurückführen: Orientieren und Fixieren bleiben erhalten – der Hund nimmt Reize an der Territoriumsgrenze sehr genau wahr –, während Anschleichen, Hetzen und Beißen durch Selektion UND durch sehr frühe, intensive Sozialisation mit der zu schützenden Herde beziehungsweise Familie während der sensiblen Phase weitgehend unterdrückt werden. Das unterscheidet Herdenschutzhunde grundlegend von Hüte- oder Jagdhunden, bei denen einzelne Sequenzteile aktiv für die Arbeit genutzt werden – und auch vom namentlich ähnlichen, aber als Hütehund geführten Berger des Pyrénées (FCI-Gruppe 1), der die Anschleich-/Hetzkomponente gerade behält, um die Herde zu treiben.

Wichtig für die Einordnung von Alltagsverhalten: Nächtliches Bellen gegenüber Geräuschen oder vermeintlichen Eindringlingen ist kein direkter „Rest“ der historischen Beutefangsequenz, sondern das Ergebnis einer eigenständig selektierten Alarm- und Wächterfunktion – Herdenschutzhunde wurden gezielt darauf gezüchtet, Reize an der Territoriumsgrenze früh zu erkennen und lautstark anzuzeigen, insbesondere nachts, wenn historische Beutegreifer aktiv waren. Für dieses konkrete Verhalten gilt: plausibel als Teil der selektierten Wächterfunktion, aber nicht 1:1 mit der Beutefang-Instinktkette zu erklären.

Die im Standard erwähnte Eigenständigkeit sollte nicht als bewusstes Abwägen des Hundes verstanden werden, ob ein Kommando gerade sinnvoll ist. Lerntheoretisch plausibler ist eine Kombination aus hoher Reizkonkurrenz (weiträumige Territorien, viele Umweltreize) und einer historisch auf selbstständiges Handeln in großer Entfernung vom Menschen ausgelegten Selektion – das erfordert in der Erziehung mehr gezielte Generalisierungsarbeit und einen hohen Verstärkerwert, nicht mehr Strenge.

Das dichte, lange Haarkleid mit ausgeprägter Unterwolle kann feine mimische Signale wie aufgestelltes Nackenfell zusätzlich dämpfen (vgl. Feddersen-Petersen zur rasseabhängig reduzierten Bandbreite sichtbarer Ausdrucksformen); der laut Standard „sanfte und verträumte“ Blick sollte dabei nicht mit fehlender Wachsamkeit verwechselt werden – die im Standard beschriebene Rutenhaltung (tief mit Haken in Ruhe, hoch und gerundet über dem Rücken bei Aufmerksamkeit, „arroundera“) ist ein praxisrelevanteres Signal für den tatsächlichen Erregungszustand.

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Erziehung & Beschäftigung

Die Grunderziehung des Pyrenäenberghundes funktioniert wie bei jeder Rasse am zuverlässigsten über konsequente positive Verstärkung, klare Regeln und Vertrauensaufbau – von Dominanzansätzen ist ausdrücklich abzuraten. Sie widersprechen nicht nur der modernen Lerntheorie, sondern sind bei einer Rasse mit ausgeprägter eigener Schutz-/Territorialmotivation zusätzlich riskant: Druck verstärkt eher Unsicherheit und in der Folge Abwehrverhalten, statt Vertrauen aufzubauen.

Besonders wichtig ist eine sehr breite und frühe Sozialisation in der sensiblen Phase (ca. 3. bis 12., je nach Quelle bis 16. Lebenswoche auslaufend; Scott & Fuller 1965): viele unterschiedliche, positiv erlebte Kontakte zu Menschen, Umweltreizen und – sofern möglich – anderen Tieren, um übermäßige Territorial-Skepsis oder Ängstlichkeit gegenüber Fremden gar nicht erst entstehen zu lassen. Der FCI-Standard selbst nennt „aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde“ als disqualifizierenden Fehler – das ist zugleich ein Zucht- UND ein Erziehungsziel, das ohne konsequente Sozialisationsarbeit beim Einzelhund nicht erreichbar ist.

Beim Umgang mit dem häufig als störend empfundenen nächtlichen Alarmbellen gilt: vollständiges Unterbinden über Strafe ist wegen der zugrunde liegenden selektierten Wächterfunktion selten erfolgreich und riskiert zusätzlich Vertrauensverlust. Wirksamer sind gezielte Habituation an wiederkehrende, ungefährliche Reize (etwa über systematische Desensibilisierung) sowie das Aufbauen und Belohnen eines alternativen Ruhesignals – dabei sollte einkalkuliert werden, dass beim Löschen eines zuvor erfolgreichen Verhaltens zunächst ein kurzzeitiger Intensitätsanstieg (Extinktionsburst) auftreten kann, bevor sich das Verhalten reduziert.

Beschäftigung sollte den hohen Bewegungs- und Flächenbedarf mit sinnvoller, dem Zuchtzweck entsprechender Auslastung verbinden: großzügige, sicher eingezäunte Auslaufflächen mit Gelegenheit zur eigenständigen Reviersicherung entsprechen der Rasse deutlich besser als enger Grundgehorsams-Drill oder klassischer Wasserapportier- bzw. Schutzhundesport, für die die Rasse nicht gezüchtet wurde.

Wegen der vergleichsweise geringen Verbreitung der Rasse in Deutschland haben viele reguläre Hundeschulen wenig praktische Erfahrung mit Herdenschutzhundrassen; Einzeltraining oder eine spezialisierte Verhaltensberatung mit Erfahrung im Umgang mit Herdenschutzhundtypen ist deshalb häufig sinnvoller als eine reguläre Welpengruppe.

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Pflege & Gesundheit

Das lange, dichte Haarkleid mit ausgeprägter Unterwolle (laut FCI-Standard „dicht und schlicht, ziemlich lang und geschmeidig“) ist laut VDH-Rasselexikon vergleichsweise pflegeleicht: Außerhalb des Fellwechsels genügt zweimal wöchentliches gründliches Durchkämmen, während des Fellwechsels im Frühjahr/Herbst wird tägliches Bürsten empfohlen, da das Fell sonst verfilzt. Der Standard schreibt außerdem an beiden Hinterläufen doppelte, gut entwickelte Afterkrallen zwingend vor (fehlende oder verkümmerte doppelte Afterkrallen an den Hinterläufen gelten als disqualifizierender Fehler) – diese wachsen wie normale Krallen nach und müssen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gekürzt werden, da sie sonst einwachsen oder abreißen können.

Als Riesenrasse (Rüden laut Praxisrichtwerten ca. 50–75 kg, Quellen variieren deutlich) ist der Pyrenäenberghund von mehreren dokumentierten größenassoziierten Gesundheitsrisiken betroffen: Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie (HD/ED) gehören zu den am häufigsten gescreenten orthopädischen Risiken großer Rassen, weshalb Zuchtvereine (u. a. Great Pyrenees Club of America) ein Röntgenscreening vor der Zuchtzulassung vorschreiben (OFA). Aufgrund des tiefen, relativ schmalen Brustkorbs zählt die Rasse zudem zu den in tierärztlichen Fachportalen (VCA Animal Hospitals, PetMD) gelisteten Risikorassen für Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus) – eine akut lebensbedrohliche Notfallerkrankung; die zugrunde liegenden strukturellen Risikofaktoren (große, tiefbrüstige Rasse) sind durch die Forschung von Glickman und Kollegen zu nicht-diätetischen GDV-Risikofaktoren bei großen/riesigen Rassen gut belegt, auch wenn die klassischen Kohortenstudien den Pyrenäenberghund nicht immer namentlich unter den untersuchten Rassen führen.

Als Riesenrasse trägt der Pyrenäenberghund zudem ein dokumentiert erhöhtes Osteosarkom-Risiko: Die peer-reviewte Studie von O’Neill et al. (2023, Canine Medicine and Genetics) zeigt einen klaren, körpermasseabhängigen Anstieg des Osteosarkom-Risikos (Hunde ≥60 kg: 36,62-fach erhöhtes Risiko gegenüber der Referenzgruppe 10–20 kg) – der Pyrenäenberghund wird darin nicht mit einer eigenen Odds Ratio geführt, fällt aber regelmäßig in die höchste untersuchte Gewichtsklasse. Untypisch für eine Riesenrasse, aber laut AKC-Fachartikel unter Berufung auf OFA-/Canine-Health-Foundation-Daten der letzten zehn Jahre dokumentiert: Patellaluxation, die klassischerweise vor allem kleine Rassen betrifft, wurde zunehmend auch beim Pyrenäenberghund als genetisch prädisponierte Erkrankung erfasst – die Ursache für diesen Anstieg bei großen/riesigen Rassen ist laut denselben Quellen noch nicht abschließend geklärt.

Zwei seltenere, aber rassespezifisch gut dokumentierte genetische Erkrankungen betreffen den Pyrenäenberghund besonders: Chondrodysplasie (nicht-hormoneller, autosomal-rezessiv vererbter Zwergwuchs, bei betroffenen Tieren häufig mit Hörverlust verbunden), für die die University of Minnesota gemeinsam mit der AKC Canine Health Foundation einen Gentest entwickelt hat, sowie Glanzmann-Thrombasthenie Typ I, eine seltene, autosomal-rezessive Blutplättchenfunktionsstörung mit erhöhtem Blutungsrisiko, die erstmals in den 1990er-Jahren speziell an einem Pyrenäenberghund beschrieben wurde (Boudreaux et al. 1996, 2000) und über einen DNA-Test auf die zugrunde liegenden αIIb-Genmutationen nachweisbar ist. Zur Lebenserwartung liegt mit McMillan et al. (2024, Scientific Reports, Median 10,9 Jahre gegenüber 12,5 Jahren im Gesamtdatensatz von 584.734 Hunden) sowie Egenvall et al. (2005, Acta Veterinaria Scandinavica, 58 % Sterblichkeit bis zum 10. Lebensjahr gegenüber 35 % rassenübergreifend) peer-reviewte Evidenz für eine gegenüber dem Rassendurchschnitt verkürzte Lebenserwartung vor, wie sie für Riesenrassen typisch ist.

unsicher, weitere Prüfung empfohlen: Der Pyrenäenberghund wird in Fachquellen (u. a. OFA) unter den Rassen mit dem sogenannten Piebald-Gen geführt, das bei mehreren überwiegend weißfarbigen Rassen mit einem erhöhten Taubheitsrisiko assoziiert ist – eine quantifizierte, rassespezifische Prävalenzzahl für den Pyrenäenberghund selbst wurde in den geprüften Quellen nicht gefunden, weshalb hier bewusst keine Zahl genannt wird.

Für wen geeignet?

  • Familien: Bedingt geeignet: Innerhalb der Familie gilt der Pyrenäenberghund laut FCI-Standard und mehreren Quellen als sanftmütig und eng gebunden, sein ausgeprägtes Territorial- und Wachverhalten gegenüber Fremden erfordert aber sehr sorgfältige, frühe Sozialisation, besonders wenn regelmäßig Besuch, Kinderfreunde oder Lieferdienste im Haus ein- und ausgehen.
  • Einsteiger: Nicht empfohlen: Mehrere unabhängige Rasseportale (edogs.de, zooroyal.de) raten Einsteigern von der Rasse ausdrücklich ab, da sie als Herdenschutzhund ausgeprägte Wach- und Schutzmotivation, hohes Körpergewicht und einen hohen Flächenbedarf mitbringt, der erfahrene, ruhige Führung und sehr gute Sozialisationsarbeit verlangt.
  • Sportlich Aktive: Bedingt geeignet: Der hohe Bewegungsdrang passt zu aktiven Haltern mit viel Auslauf und Gelände, klassische Hundesport-Disziplinen mit engem Grundgehorsam oder Schutzhundesport entsprechen aber nicht dem ursprünglichen Zuchtzweck der eigenständigen Wächterfunktion.
  • Senioren/wenig Aktive: Nicht geeignet: Der hohe Flächen- und Bewegungsbedarf, das erhebliche Körpergewicht sowie die notwendige konsequente, erfahrene Führung passen nicht zu einem geringen Aktivitätslevel.

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Professionelle Fellpflege
Das lange, dichte Haarkleid mit ausgeprägter Unterwolle (laut FCI-Standard „dicht und schlicht, ziemlich lang und geschmeidig“) ist laut VDH-Rasselexikon vergleichsweise pflegeleicht: Außerhalb des Fellwechsels genügt …
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Der FCI-Standard beschreibt den Zuchtzweck unmissverständlich: „Da der Hund ausschließlich zum Schutz der Herden gegen Angriffe durch Raubtiere verwendet wurde, beruhte seine Zuchtauswahl auf seiner Eignung als Wächter, auf seinem achtunggebietenden Auftreten und auch auf seiner Beziehung zu seiner Herde.“ Anders als Hüte- oder Treibhunde wurde der …

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Häufige Fragen zum Pyrenäenberghund

Ist der Pyrenäenberghund ein Listenhund?

Nein. Weder Bremens Rasseliste (Bremisches Hundegesetz 2025: American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull-Terrier, Staffordshire Bullterrier) noch Hamburgs Kategorien 1/2 (u. a. American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, Bullmastiff, Rottweiler, diverse Mastiff-Typen) führen den Pyrenäenberghund; auch die übrigen 14 Bundesländer und das bundesweite Einfuhrverbot nach HundVerbrEinfG erfassen die Rasse nicht (Stand 22.08.2026). Unabhängig davon braucht die Rasse als Herdenschutzhundtyp mit ausgeprägtem Wach-/Territorialverhalten verantwortungsvolle Haltung, sichere Einzäunung und sehr sorgfältige Sozialisation.

Ist der Pyrenäenberghund anfängergeeignet?

Kein pauschales Ja oder Nein: Mehrere unabhängige Rasseportale (edogs.de, zooroyal.de) raten Einsteigern von der Rasse ab, da sie als Herdenschutzhund ausgeprägte Wach-/Schutzmotivation, hohes Gewicht und hohen Flächenbedarf mitbringt. Mit Grundwissen zu Lerntheorie und Sozialisation sowie einem großen, sicher eingezäunten Grundstück ist die Rasse machbar, ganz ohne Vorerfahrung aber nicht empfehlenswert.

Warum bellt mein Pyrenäenberghund nachts so viel?

Weil Herdenschutzhunde gezielt darauf selektiert wurden, Reize an der Reviergrenze früh zu erkennen und lautstark anzuzeigen – besonders nachts, wenn historische Beutegreifer aktiv waren (Coppinger & Coppinger). Das lässt sich nicht vollständig wegtrainieren, aber durch gezielte Habituation an wiederkehrende, ungefährliche Reize sowie ein belohntes Ruhesignal deutlich reduzieren.

Was kostet ein Pyrenäenberghund im Monat?

Nach dem Kostenrechner-Regelwerk dieses Lexikons (Größenklasse riesig, Risikoaufschlag wegen dokumentierter Gesundheitsrisiken) ist von etwa 150–280 € monatlich auszugehen, zuzüglich einer Anschaffung von ca. 900–2.200 € bei einem VDH-/FCI-Züchter. Der Kostenrechner liefert eine individuell angepasste Spanne.

Ist der Pyrenäenberghund dasselbe wie der Berger des Pyrénées?

Nein. Beide stammen aus derselben Region und wurden historisch oft gemeinsam eingesetzt, sind aber zwei vollständig eigenständige FCI-Rassen: Der Pyrenäenberghund (FCI 137, Gruppe 2, Herdenschutzhund) bewacht und verteidigt, der deutlich kleinere Berger des Pyrénées (FCI 141 langhaarig / 138 glattgesichtig, Gruppe 1, Hütehund) treibt und hütet aktiv. Auch der spanische Mastín del Pirineo (FCI 92) ist trotz ähnlicher Funktion eine eigenständige Rasse mit eigenem Standard.

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