Saluki

Befedert — Fellvarietät des Saluki
Saluki – Rasseportrait

FCI-Gruppe 10 · Sektion 1 · Langhaarige und befederte Windhunde

Saluki

Der Saluki gilt als eine der ältesten bekannten Hunderassen: Genetische Studien ordnen ihn neben Afghanischem Windhund und Basenji einer von 14 identifizierten „basalen“ Rasse-Kladen zu … Wichtig zu wissen: Rassespezifisch dokumentierte Diagnostikfalle bei den Schilddrüsenwerten: Salukis haben als Windhundrasse natürlicherweise niedrigere T4-/T3-Referenzwerte als andere Rassen …

Größe

♂ 58–71 cm · ♀ 58–71 cm

Gewicht

♂ 20–30 kg · ♀ 16–25 kg

Lebenserwartung

12–14 Jahre

Aktivität

Sehr hoch

Kosten / Monat

ca. 100–210 €

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Steckbrief

FCI-Gruppe

Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 1 (Langhaarige und befederte Windhunde), FCI-Standard Nr. 269 — Publikationsdatum des gültigen offiziellen Standards: 25.10.2000 (deutsche Übersetzung 02.02.2001)

Herkunft

Mittlerer Osten (FCI-Standard Nr. 269: „Ursprung: Mittlerer Osten / F.C.I. Patronat“ — kein einzelnes Ursprungsland, da die Rasse laut Standardtext über Jahrtausende bei zahlreichen Volksstämmen des Nahen/Mittleren Ostens eigenständig und parallel entstand; genetische Studien (Parker et al. 2017, Cell Reports) ordnen den Saluki neben Afghanischem Windhund und Basenji einer von 14 identifizierten „basalen“ bzw. sehr alten Rasse-Kladen zu, die sich deutlich vor der viktorianischen Rassestandardisierung des 19. Jahrhunderts abspaltete)

Größe

Rüde: 58–71 cm (FCI-Standard Nr. 269: durchschnittliche Widerristhöhe, im Standard nicht nach Geschlecht getrennt angegeben) · Hündin: Proportional kleiner als der Rüde (FCI-Standard nennt ausdrücklich keine eigene Zahl, nur „Hündinnen proportional kleiner“); Sekundärquellen (unisex-Spanne 58–71 cm laut wirliebenhunter.de, praxisnahe Schätzung tendenziell unterer Bereich dieser Spanne) nennen keine einheitliche eigene Zahl — hier bewusst keine erfundene Präzisierung

Gewicht

Rüde: 20–30 kg (FCI macht keine Gewichtsvorgabe → Praxis-Richtwert; Quellen variieren deutlich: VDH-nahe Portale wie edogs.de/zooroyal.de/wirliebenhunter.de nennen unisex 18–25 bzw. 18–27 kg, en.wikipedia.org nennt 18–27 kg mit Einzelquellen bis 32 kg als Extremwert, dogshowschool.org nennt für Rüden gezielt 20–30 kg) · Hündin: 16–25 kg (gleiche uneinheitliche Quellenlage wie beim Rüden, tendenziell unterer Bereich der in Sekundärquellen genannten Gesamtspanne von 16–32 kg; FCI-Standard nennt keine eigene Gewichtsvorgabe für ein Geschlecht)

Lebenserwartung

12–14 Jahre (Quellen variieren 12–15: deutschsprachige Ratgeberportale nennen überwiegend 12–14 oder 12–15 Jahre; eine 2024 veröffentlichte britische Kohortenstudie ermittelte einen Medianwert von 13,3 Jahren gegenüber 12,7 Jahren für Rassehunde insgesamt — McMillan, Bielby, Williams, Upjohn, Casey & Christley 2024, Scientific Reports 14; die UK-Kennel-Club-Erhebung 2014 fand bei einer kleinen Stichprobe von 17 verstorbenen Salukis eine Spanne von 3 bis 16 Jahren)

Fellfarben

Laut FCI-Standard sind alle Farben oder Farbkombinationen zulässig; gestromt (Brindle) ist unerwünscht. Sekundärquellen (u. a. en.wikipedia.org) nennen als häufige Ausprägungen u. a. Weiß, Creme, Falbfarben/Rehbraun, Rot, Grizzle/Loh, Schwarz-Loh und Dreifarbig.

Aktivitätslevel

Sehr hoch — Der FCI-Standard beschreibt das Wesen des Saluki knapp, aber eindeutig: „Fremden gegenüber reserviert, jedoch nicht scheu oder aggressiv.

Pflegeaufwand

Gering — Der Pflegeaufwand des Saluki gilt insgesamt als gering, unterscheidet sich aber je nach Fellvarietät leicht: Die befederte Standardform benötigt gelegentliches Bürsten der Fransen …

Anfängergeeignet

Kein pauschales Ja oder Nein: Der Saluki ist ein reiner Sichtjäger mit einer sehr stark ausgeprägten, kaum unterdrückbaren Verfolgungsreaktion auf schnelle Bewegungsreize sowie einer im FCI-Standard selbst so benannten Reserviertheit gegenüber Fremden. Wer realistisches Grundwissen über sicheres Freilauf-Management (Einzäunung), über positive Verstärkung aufgebauten Rückruf und die Eigenheiten der Rasse mitbringt, kann auch als engagierter Einsteiger gut zurechtkommen; für spontane Halter, die einen jederzeit frei laufenden, auf Kommando reagierenden Familienhund erwarten, ist die Rasse eher ungeeignet.

Listenhund-Status

Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 21.08.2026)

Geschätzte Kosten

Anschaffung 1000–2.500 € · laufend ca. 100–210 €/Monat — Details im Kostenrechner unten

Herkunft & Geschichte

Der Saluki gilt als eine der ältesten bekannten Hunderassen: Genetische Studien ordnen ihn neben Afghanischem Windhund und Basenji einer von 14 identifizierten „basalen“ Rasse-Kladen zu, die sich deutlich vor der viktorianischen Rassestandardisierung des 19. Jahrhunderts von den übrigen modernen Rassen abspaltete (Parker et al. 2017, Cell Reports). Der FCI-Standard nennt als Ursprung den „Mittleren Osten“ insgesamt statt eines einzelnen Landes und begründet das ausdrücklich mit der Rassegeschichte selbst: Salukis variieren im Typ, weil praktisch jeder Volksstamm der Region über Jahrtausende eigene, an das lokale Gelände und Jagdwild angepasste Salukis hielt. Der Tradition des Mittleren Ostens entsprechend wurden diese Hunde nach Standardtext nicht verkauft oder gekauft, sondern ausschließlich als Ehrengabe verschenkt — eine kulturelle Besonderheit, die der Standard selbst als Erklärung für die bis heute erwünschte Typenvielfalt der Rasse anführt.

Die Verwendung als „Jagd- und Coursinghund“ (FCI-Standard) ist historisch mit der Jagd auf Gazellen und Hasen in der Wüste verknüpft. In der Rasseliteratur und bei Zuchtvereinen vielfach beschrieben, aber nicht peer-reviewt belegt, ist die kombinierte Jagdform mit Falknerei: Ein abgerichteter Falke stieß demnach zunächst auf das Wild, um es zu irritieren oder zu verlangsamen, bevor der Saluki die eigentliche Hetzjagd übernahm — eine Praxis, die von Beduinen-Reiterjägern zu Pferd oder Kamel begleitet wurde. Der Hund selbst genoss dabei laut Rasseclub-Überlieferung einen besonderen Status als Familienmitglied, das mit im Zelt schlief, statt wie andere Hunde als „unrein“ zu gelten.

Nach Europa gelangten die ersten Salukis ab etwa 1840, eine erste erfolgreiche westliche Zuchtlinie baute Florence Amherst ab 1895 in England auf; der britische Standard von 1923 war laut FCI-Standardtext der erste offizielle europäische Rassestandard und wurde bewusst so verfasst, dass er die ursprüngliche Typenvielfalt der Region abbildete, statt sie auf einen engen Ausstellungstyp zu verengen. In Deutschland ist die Rasse seit rund 1910 bekannt, der erste Wurf wurde am 12. November 1922 in das Zuchtbuch des Deutschen Windhundzucht- und Rennverbands e. V. (DWZRV, gegründet 1892) eingetragen, der die Rasse bis heute betreut und Coursing- sowie Rennveranstaltungen anbietet.

Beide Fellvarietäten — die traditionelle befederte Form und die Kurzhaarvarietät — werden laut VDH in Deutschland seit 1987 offiziell parallel gezüchtet und ausgestellt; der FCI-Standard selbst führt beide Varietäten seit Gültigkeit des aktuellen Standardtextes (25.10.2000) unter derselben Standardnummer 269 (siehe Schritt-0.5-Ergebnis oben).

Wesen & Charakter

Der FCI-Standard beschreibt das Wesen des Saluki knapp, aber eindeutig: „Fremden gegenüber reserviert, jedoch nicht scheu oder aggressiv. Würdevoll, intelligent und unabhängig.“ Diese Kombination aus höflicher Distanz und ausgeprägter Bindung an die vertraute Bezugsperson erklärt sich aus dem ursprünglichen Zuchtzweck: Der Saluki ist laut Standard ein reiner „Jagd- und Coursinghund“, der als Sichtjäger in offenem, unübersichtlichem Wüstengelände oft weit von seinem Jäger entfernt und ohne unmittelbare Rufmöglichkeit selbstständig auf Bewegungsreize reagieren und die Verfolgung von Wild einleiten musste.

In der modifizierten Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) sind bei sichtjagenden Windhunden wie dem Saluki insbesondere Fixieren und Hinterherjagen extrem verstärkt: Ein sich schnell bewegendes Objekt im Blickfeld — ein Hase, ein Eichhörnchen, ein joggender Mensch — kann eine sehr schnell einsetzende, kaum durch Zuruf unterbrechbare Verfolgungsreaktion auslösen. Wichtig zur Einordnung: Diese Instinktherleitung gilt ausdrücklich nur für das Hetzen/die Sichtjagd selbst — der FCI-Verwendungstext („Jagd- und Coursinghund“) belegt genau diesen Teil der Sequenz. Alltagsverhalten wie die Reserviertheit gegenüber Fremden, geringe spontane Kommandobefolgung außerhalb der Jagdsituation oder eine ausgeprägte Bindung an die Bezugsperson lässt sich NICHT pauschal aus dieser Instinktkette ableiten, sondern erklärt sich überwiegend lerntheoretisch (siehe Erziehung & Beschäftigung) bzw. ist im FCI-Wesenstext selbst als Charakterbeschreibung benannt, nicht als Instinktfolge.

Die häufig beschriebene „Eigenständigkeit“ des Saluki ist historisch nachvollziehbar begründet: Als Jagdhund, der oft außer Sicht- und Rufweite des berittenen Jägers agierte, wurde über Jahrtausende eine hohe Fähigkeit zur selbstständigen Entscheidung während der Jagd selektiert — nicht jedoch eine generelle Lernunfähigkeit oder ein vererbter „Eigensinn“ im Grundgehorsam. Einschätzungen, die die Rasse als „schwer erziehbar“ einordnen, messen tatsächlich den Grad an spontaner Befehlsbefolgung ohne hohen Verstärkerwert des Signals — nicht die kognitive Lernfähigkeit selbst (siehe Insight 4/5, Block D). Das lange Fell und die stark behaarten, dicht am Schädel getragenen Ohren der befederten Varietät können außerdem feine mimische Ausdruckssignale (Ohrstellung, Anspannung um die Augen) für Menschen schwerer sichtbar machen als bei der Kurzhaarvarietät — ein praxisrelevanter, aber gering ausgeprägter Unterschied (siehe Varietäten-Delta zu Insight 2, Block D).

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Erziehung & Beschäftigung

Die größte erzieherische Herausforderung beim Saluki ist nicht Ungehorsam im umgangssprachlichen Sinn, sondern die Kombination aus einer sehr hohen Reizintensität schnell bewegter Objekte und einem im Grundgehorsam gering ausgeprägten Generalisierungsgrad außerhalb ruhiger Trainingssituationen. Ein zuverlässiger Rückruf lässt sich nicht über Druck oder Korrektur aufbauen, sondern nur über konsequenten, langfristigen Aufbau mit positiver Verstärkung in vielen unterschiedlichen Kontexten — und selbst dann bleibt das Verhalten bei sehr hoher Reizintensität (ein flüchtendes Kaninchen, ein schnell radelndes Kind) eine biologische Grenze, keine reine Trainingslücke. Von Druck- oder Unterordnungsansätzen ist grundsätzlich abzuraten; sie ändern nichts am instinktgeleiteten Auslöser und beschädigen stattdessen die Vertrauensbasis zum ohnehin reservierten Hund.

In der Praxis bedeutet das: sicher eingezäunte Gärten oder Freilaufflächen, konsequente Leinenführung in unübersichtlichem oder wildreichem Gelände sowie kontrollierter Freilauf ausschließlich in eingezäunten Bereichen. Lure Coursing (kontrolliertes Verfolgen einer Kunstbeute an der Schleppleine, organisiert u. a. über den DWZRV) und offizieller Windhundrennsport bieten eine artgerechte, kontrollierte Alternative, die den Verfolgungsinstinkt kanalisiert, statt ihn zu unterdrücken — genau die Funktion, für die der FCI-Standard die Rasse ausdrücklich als „Jagd- und Coursinghund“ führt.

Wird ein zuvor erfolgreiches Verfolgungs- oder Zugverhalten plötzlich konsequent unterbunden (etwa durch striktes Leinentraining ohne Alternative), kann es kurzfristig zu einem Extinktionsburst kommen — einer vorübergehenden Verstärkung des unerwünschten Verhaltens (stärkeres Ziehen, lauteres Bellen), bevor es abklingt. Halter sollten das als erwartbare Trainingsphase einordnen, nicht als Rückschritt oder Zeichen falschen Trainings.

Aversive Trainingsmethoden sind nach Studienlage generell mit mehr Stresssignalen, Vermeidungsverhalten und einer schlechteren Mensch-Hund-Beziehung verbunden (Vieira de Castro et al. 2020, PLOS ONE 15(12): e0225023; Übersicht Ziv 2017, Journal of Veterinary Behavior 19:50–60) — das gilt rassenunabhängig. Beim Saluki kommt hinzu, dass ein funktionierender Rückruf nur gelingt, wenn die Rückkehr zum Halter verlässlich positiv belohnt wird; Strafe im Moment des Ankommens würde genau das untergraben. Wegen des vergleichsweise geringen Körperfettanteils reagieren Windhunde wie der Saluki zudem empfindlicher auf harte körperliche Korrekturen als robuster gebaute Rassen. Hundeschulen mit konkreter Windhund-Erfahrung sind für den Aufbau von Rückruf und Leinenführigkeit empfehlenswert.

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Pflege & Gesundheit

Der Pflegeaufwand des Saluki gilt insgesamt als gering, unterscheidet sich aber je nach Fellvarietät leicht: Die befederte Standardform benötigt gelegentliches Bürsten der Fransen an Ohren, Beinen und Rute, um Verfilzungen nach dem Freilauf zu vermeiden; die Kurzhaarvarietät kommt laut FCI-Standard „ohne jegliche Befederung“ aus und benötigt praktisch keine gezielte Fellpflege über gelegentliches Abreiben hinaus. Kein Beleg im FCI-Standard oder in der recherchierten Fachliteratur für ein von der Kurzhaarvarietät abweichendes Krankheitsrisikoprofil — die dokumentierten rassespezifischen Besonderheiten (Schilddrüsen-Referenzwerte, …

Gesundheitlich gilt der Saluki in vielen Ratgeberquellen als vergleichsweise robuste Rasse mit niedrig eingeschätztem Hüftdysplasie-Risiko, zeigt aber mehrere unabhängig dokumentierte, rassespezifische Besonderheiten, die keiner der Qualzucht-Kriterien der redaktionellen Einordnung dieses Lexikons entsprechen (keine Zucht auf ein zwangsläufig jedes Tier betreffendes schädigendes Merkmal): Eine peer-reviewte Studie an 283 gesunden Salukis zeigt, dass die Rasse als Windhundtyp natürlicherweise niedrigere Schilddrüsenwerte (T4/T3) hat als andere Rassen — ohne rassespezifische Referenzbereiche droht dadurch eine Überdiagnose „Hypothyreose“ (Shiel, Sist, Nachreiner, Ehrlich & Mooney 2010, JAVMA 236(3):302–307). In einem ähnlichen diagnostischen Muster zeigen rassespezifische Echokardiographie-Referenzwerte, dass gesunde Salukis eine größere linke Herzkammer haben als andere, körperlich ähnlich große Rassen — auch hier besteht ohne eigene Referenzwerte das Risiko einer Fehldiagnose „dilatative Kardiomyopathie“ (Kurosawa, Sist & Sanders 2018, Journal of Veterinary Cardiology 20(5):301–306). Eine 7-Tage-Holter-Studie an 25 gesunden Salukis fand bei allen untersuchten Hunden vereinzelte ventrikuläre Extrasystolen als unauffälligen Normalbefund, riet aber dazu, jede festgestellte Rhythmusstörung dennoch fachtierärztlich abklären zu lassen (Sanders, Kurosawa & Sist 2018, JAVMA 252(8):966–969). Unabhängig davon ist in mindestens einer Saluki-Zuchtlinie eine Häufung kongenitaler Herzfehlbildungen (u. a. Pulmonalklappenverdickung, Trikuspidalinsuffizienz, Pulmonalstenose, persistierender Ductus arteriosus) mit Hinweis auf ein familiäres/genetisches Muster dokumentiert (Ogburn, Peterson & Jeraj 1981, JAVMA 179:57–63).

Praktisch besonders relevant: Wie alle Windhunde reagiert der Saluki empfindlich auf bestimmte Anästhetika (v. a. Thiobarbiturate), da der Cytochrom-P450-Metabolismus in der Leber bei dieser Rassengruppe vermindert ist — das sollte vor jeder Operation aktiv mit der behandelnden Tierarztpraxis besprochen werden (Court 1999, Clinical Techniques in Small Animal Practice 14(1):38–43). Krebserkrankungen (u. a. Hämangiosarkom, Lymphom) werden in Zuchtvereins- und Gesundheitsumfragen (Saluki Health Research/SCOA-Gesundheitskomitee) als relevantes Thema für die Rasse geführt; eine im engeren Sinn peer-reviewte, rassespezifische Prävalenzstudie speziell zu Hämangiosarkom beim Saluki wurde jedoch nicht gefunden — unsicher, weitere Prüfung empfohlen, hier kursierende konkrete Prozentangaben aus nicht-peer-reviewten Quellen werden bewusst nicht übernommen. Die UK-Kennel-Club-Zuchterhebung 2014 (kleine Stichprobe von 49 lebenden und 17 verstorbenen Hunden) nennt als Todesursachen u. a. Altersschwäche, Magenblutung, Verkehrsunfall sowie vereinzelt Organtumoren; wegen der geringen Fallzahl ist daraus keine belastbare Prävalenzaussage ableitbar. Zusätzlich vielfach in Sekundärquellen genannt, aber nicht durch eine eigene Studie belegt: eine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit durch das dünne Fell und den geringen Körperfettanteil der Rasse, bei der Kurzhaarvarietät noch unmittelbarer spürbar als bei der befederten Form.

Für wen geeignet?

  • Familien: Bedingt geeignet: Im Haus oft ruhig und anhänglich gegenüber der vertrauten Familie, aber die starke Verfolgungsreaktion auf schnelle Bewegungen (auch rennende Kinder) und die laut FCI-Standard „reservierte“ Art gegenüber Fremden erfordern altersgerechte Aufklärung der Kinder und konsequentes Management — keine spontane Selbstläufer-Rasse für jede Familie.
  • Einsteiger: Machbar, aber kein Selbstläufer: Der sichere Umgang mit der sichtjagdlichen Verfolgungsreaktion (Einzäunung, realistische Rückruf-Grenzen) und die reservierte Art gegenüber Fremden müssen vor der Anschaffung realistisch eingeplant werden; der geringe Fellpflegeaufwand erleichtert den Einstieg dagegen im Rassevergleich deutlich.
  • Sportlich Aktive: Sehr gut geeignet: Lure Coursing, offizieller Windhundrennsport und lange, abwechslungsreiche Bewegungseinheiten in sicherem, eingezäuntem Gelände entsprechen der im FCI-Standard genannten Verwendung als Jagd- und Coursinghund am direktesten.
  • Senioren/wenig Aktive: Eher nicht geeignet: Der sehr hohe tägliche Bewegungsbedarf und die Notwendigkeit sicherer Freilaufmöglichkeiten übersteigen häufig das realistisch leistbare Zeit- und Betreuungsbudget wenig aktiver Halter, auch wenn der geringe Fellpflegeaufwand für sich genommen entlastend wirkt.

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Rassespezifisch dokumentierte Diagnostikfalle bei den Schilddrüsenwerten: Salukis haben als Windhundrasse natürlicherweise niedrigere …
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Professionelle Fellpflege
Der Pflegeaufwand des Saluki gilt insgesamt als gering, unterscheidet sich aber je nach Fellvarietät leicht: Die befederte Standardform benötigt gelegentliches Bürsten der Fransen an Ohren, Beinen und Rute, um …
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Der FCI-Standard führt den Saluki ausdrücklich als „Jagd- und Coursinghund“. In der modifizierten Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) ist beim Saluki als Sichtjäger vor allem der mittlere Teil der Kette hoch verstärkt: Fixieren (das schlagartige Ausrichten …

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Häufige Fragen zum Saluki

Was ist der Unterschied zwischen einem befederten und einem kurzhaarigen Saluki?

Beide sind laut FCI-Standard Nr. 269 dieselbe Rasse mit derselben Standardnummer, keine eigenständigen Rassen. Der einzige beschriebene Unterschied ist das Fell: Die befederte Standardform trägt weiche, seidige Fransen an Läufen, Rückseiten der Ober-/Unterschenkel, der Rute und teils der Kehle, die Kurzhaarvarietät ist laut Standard „in allen Merkmalen gleich, nur ohne Befederung“. Größe, Gewicht und Wesen sind laut Standardtext identisch.

Ist der Saluki für Anfänger geeignet?

Nicht pauschal zu beantworten: Die sehr stark ausgeprägte, sichtjagdlich geprägte Verfolgungsreaktion und die im FCI-Standard beschriebene Reserviertheit gegenüber Fremden erfordern realistisches Grundwissen über sicheres Freilauf-Management und einen konsequent über positive Verstärkung aufgebauten Rückruf. Mit dieser Vorbereitung ist die Rasse auch für engagierte Einsteiger machbar, für spontane Halter, die einen jederzeit frei laufenden Familienhund erwarten, eher nicht.

Warum hört mein Saluki nicht, wenn er ein Kaninchen oder Eichhörnchen sieht?

Weil ein schnell bewegtes Objekt im Blickfeld bei sichtjagenden Windhunden wie dem Saluki eine sehr stark verstärkte, instinktgeleitete Verfolgungsreaktion auslösen kann, die im Moment des Auslösers kaum unterbrechbar ist — das ist keine Ungehorsamsentscheidung, sondern die genetisch verankerte Kernkompetenz der Rasse als Sicht- und Coursingjäger laut FCI-Verwendungstext. Sichere Einzäunung und ein über positive Verstärkung aufgebauter Rückruf sind der praktikable Umgang damit, keine hundertprozentige Garantie in jeder Reizsituation.

Ist der Saluki gesundheitlich unbedenklich?

Die Rasse zeigt keine Qualzucht-Merkmale im Sinne der redaktionellen Einordnung dieses Lexikons, weist aber dokumentierte rassespezifische Diagnostikfallen auf: natürlicherweise niedrigere Schilddrüsenwerte und größere linke Herzkammern als bei anderen Rassen können ohne rassespezifische Referenzwerte zur Fehldiagnose Hypothyreose bzw. Kardiomyopathie führen. Hinzu kommt eine bei Windhunden generell dokumentierte Narkoseempfindlichkeit. Vor einer Anschaffung lohnt sich ein Gespräch mit dem Zuchtverein (DWZRV) über die Gesundheitsvorsorge der Elterntiere.

Ist der Saluki ein Listenhund?

Nein. Der Saluki steht in keinem der 16 Bundesländer auf einer Rasseliste für gefährliche Hunde und unterliegt auch keiner bundesweiten Rasseliste.

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