Savetalbracke – Posavatz-Bracke

FCI-Gruppe 6 · Sektion 1.2 · Mittelgroße Laufhunde, mit Arbeitsprüfung
Savetalbracke – Posavatz-Bracke
Die Savetalbracke – Posavatz-Bracke (englisch Posavatz Hound, kroatisch Posavski gonič) ist ein alter Laufhund aus dem Savetal in Kroatien, das die FCI als Ursprungsland führt. Wichtig zu wissen: Robuste, zähe Gebrauchshundrasse; laut Sekundärquelle (Wikipedia) sind keine ungewöhnlichen Erkrankungen oder besonderen Gesundheitsansprüche für diese Rasse dokumentiert.
Größe
♂ 50–56 cm · ♀ 47–53 cm
Gewicht
♂ 17–25 kg · ♀ 15–22 kg
Lebenserwartung
11–14 Jahre
Aktivität
Hoch
Kosten / Monat
ca. 70–150 €
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Steckbrief
FCI-Gruppe
Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 (Mittelgroße Laufhunde, mit Arbeitsprüfung), FCI-Standard Nr. 154 — 03.11.2014 (Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards; deutsche Fassung vom 03.11.2016; endgültige Anerkennung durch die FCI am 04.08.1955)
Herkunft
Kroatien
Größe
Rüde: 50–56 cm Widerristhöhe (FCI-Standard Nr. 154, Abschnitt Größe; Abweichungen von ±2,0 cm werden bei Rüden von vorzüglichem Typ und Gebäude toleriert) · Hündin: 47–53 cm Widerristhöhe (identische FCI-Vorgabe wie beim Rüden, ebenfalls ±2,0 cm Toleranz bei vorzüglichem Typ und Gebäude)
Gewicht
Rüde: ca. 17–25 kg (Praxis-Richtwert; der FCI-Standard macht keine Gewichtsvorgabe, Sekundärquellen nennen 16–25 kg) · Hündin: ca. 15–22 kg (Praxis-Richtwert; FCI macht keine Vorgabe, Hündinnen liegen tendenziell am unteren Ende der Spanne)
Lebenserwartung
11–14 Jahre (Quellen variieren: ein Rasseportal nennt 12–14 Jahre, ein weiteres 11–13 Jahre — ausgewiesene Spanne 11–14 Jahre, Basis-Sekundärquellen ohne peer-reviewte Rasse-Studie)
Fellfarben
Laut FCI-Standard Nr. 154: Grundfarbe rötlich-gelb in allen Tönungen (englisch als reddish-wheaten beschrieben) mit weißen Abzeichen am Kopf (Blesse oder Streifen, kein Weiß an den Ohren), am Hals (Kragen komplett oder teilweise), an der Vorbrust/Brust, als Fläche am Bauch, als Streifen an den Läufen, als weiße Fläche an den Pfoten (auch als Socken an den Vordermittelfüßen) und als weiße Rutenspitze. Nicht erlaubt: dunkelbraune oder schokoladenbraune Farbe, Spuren von gräulicher oder schwarzer Farbe am Körper, Anwesenheit einer dritten Farbe; die Gesamtfläche der weißen Abzeichen darf ein Drittel der Körperfläche nicht überschreiten, und die weiße Farbe muss klar sein und keine Tüpfelung der Grundfarbe aufweisen.
Aktivitätslevel
Hoch — Der FCI-Standard beschreibt das Wesen der Savetalbracke präzise: Sie ist »leicht abzurichten«, ein universeller Laufhund mit einer »klaren und melodischen …
Pflegeaufwand
Gering — Das kurze, harte, dichte und am Körper gut anliegende Fell der Savetalbracke (2–3 cm, bis 4 cm an Läufen, Bauch und Rutenunterseite) ist pflegeleicht: gelegentliches Bürsten …
Anfängergeeignet
Kein pauschales Ja oder Nein: Die Savetalbracke ist laut FCI-Standard leicht abzurichten und gutmütig, was die Grundausbildung über positive Verstärkung erleichtert. Als selbstständig arbeitender Laufhund mit ausgeprägtem Fährteninstinkt stellt ein zuverlässiger Freilauf-Rückruf auf einer heißen Spur jedoch eine der anspruchsvollsten Trainingsaufgaben dar. Wer Grundwissen über Lerntheorie, realistische Erwartungen an den Rückruf und einen sicher eingezäunten Garten mitbringt, kommt gut zurecht; die Rasse ist in Deutschland sehr selten und wird in der Regel von Jägern und sportlich Aktiven gehalten.
Listenhund-Status
Kein Listenhund — in keinem der 16 Bundesländer gelistet (Stand: 21.08.2026)
Geschätzte Kosten
Anschaffung 600–2.500 € · laufend ca. 70–150 €/Monat — Details im Kostenrechner unten
Herkunft & Geschichte
Die Savetalbracke – Posavatz-Bracke (englisch Posavatz Hound, kroatisch Posavski gonič) ist ein alter Laufhund aus dem Savetal in Kroatien, das die FCI als Ursprungsland führt. Der FCI-Standard hält fest, dass die Rasse von einem Typ des »illyrischen Laufhundes von roter Farbe mit Abzeichen« abstammt, also von einer sehr alten, im südosteuropäischen Raum beheimateten Laufhund-Linie. Als Schweißhund aus dem Savetal wurde sie gezielt für die ausdauernde Jagd zu Fuß gezüchtet — vorzugsweise auf Hase, Fuchs und Wildschwein, wobei sie laut Standard ausdrücklich auch als Schweißhund, also für die Nachsuche auf angeschossenes Wild, einsetzbar ist.
Die Rasse gehört zu den am frühesten bildlich belegten Hunden Europas: Bereits auf dem Gemälde »Die Verbeugung der Drei Könige« aus dem Jahr 1474 in der Kapelle auf dem Friedhof bei Beram (Istrien) ist ein dunkelgelblicher Hund mit hängenden Ohren zu sehen, den der FCI-Standard als erste Darstellung der Posavatzbracke benennt. Es folgt ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Altarbild in einer Kirche, das ebenfalls eine solche Bracke zeigt. Zudem existiert eine Beschreibung dieses Laufhundes, aus der hervorgeht, dass die Zucht dieser Laufhunde bereits im 14. Jahrhundert belegt ist — die genauen historischen Details werden im Standard nur fragmentarisch wiedergegeben, sodass für die früheste Phase bewusst keine über das Belegte hinausgehende Aussage getroffen wird.
Der erste FCI-Standard der Posavatzbracke wurde am 08.04.1955 veröffentlicht; die endgültige Anerkennung durch die FCI erfolgte am 04.08.1955. Damit gehört die Rasse zur Gruppe der ethnisch und funktional eng verwandten Balkan-Laufhunde, die nach dem Zusammenbruch der großen mitteleuropäischen Laufhundzuchten in ihren Ursprungsländern weiterhin für die Arbeit am Wild erhalten wurden. In Kroatien wird sie bis heute als lebendiger Jagdhund geführt, während sie außerhalb ihres Ursprungslandes — insbesondere in Deutschland — eine ausgesprochene Rarität darstellt, was auch die geringe Verbreitung in Zuchtlisten erklärt.
Wesen & Charakter
Der FCI-Standard beschreibt das Wesen der Savetalbracke präzise: Sie ist »leicht abzurichten«, ein universeller Laufhund mit einer »klaren und melodischen Stimme«, der sich für die Jagd in allen Gegenden eignet. Zugleich ist sie »gutmütig, weder ängstlich noch aggressiv«, mit einem angemessen lebhaften Temperament, und ihrer Bezugsperson ergeben — eine Beschreibung, die kein zufälliger Charakterkatalog ist, sondern das direkte Ergebnis ihrer jahrhundertelangen Funktion.
In der ursprünglichen Beutefangsequenz nach Coppinger (Orientieren – Fixieren – Anschleichen – Hinterherjagen – Fangbiss – Tötungsbiss – Aufreißen – Fressen) bleiben beim Laufhund die vorderen Glieder — Orientieren, Fixieren, Hinterherjagen — besonders stark ausgeprägt und werden eigenständig zum zentralen Rassemerkmal, während Fangbiss und Tötungsbiss dem Jäger überlassen bleiben und vom Hund selbst nicht gefordert sind. Diese Zuordnung ist eine Erweiterung auf Basis der breiteren Coppinger-Literatur zu Laufhunden/Scent Hounds und kein wörtliches Zitat aus Modul 4a, sie ist aber mit der im FCI-Standard beschriebenen Funktion konsistent.
Kennzeichnend ist die ausgeprägte, melodische Lautfreude: Laufhunde wie die Savetalbracke »geben Laut« (Baying), sobald sie eine Fährte aufgenommen haben — historisch diente das dem Zweck, dass der Jäger den Hund im Gelände akustisch orten konnte. Im modernen Alltag wird genau dieses tief verankerte, funktionale Ausdrucksverhalten häufig als »zu laut« empfunden, ist aber kein Fehlverhalten. Wichtig für die Einordnung: Eigenschaften wie die ausgeprägte Stimmfreude, die Ergebenheit gegenüber der Bezugsperson oder eine gewisse Eigenständigkeit in der Spur sind kein »vererbtes Fehlverhalten«, sondern Sozial-, Lern- und Erregungsverhalten bzw. funktionale Arbeitsanlagen, die sich lerntheoretisch und über den Zuchtzweck erklären lassen.
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Erziehung & Beschäftigung
Die hohe Futtermotivation der Savetalbracke macht positive Verstärkung besonders wirksam — Belohnungstraining mit Futter funktioniert bei dieser Rasse in der Regel zuverlässig. Gerade weil sie laut Standard »leicht abzurichten« ist, lohnt sich ein konsequent auf Verstärkung aufgebautes Training von Beginn an; von Dominanzansätzen ist grundsätzlich abzuraten, da sie wissenschaftlich überholt sind und dem kooperativen, futter- und arbeitsorientierten Lern-Typ der Rasse widersprechen.
Beim Rückruf gelten realistische Erwartungen: Als Laufhund wurde die Savetalbracke selektiv auf eigenständiges, vom Hundeführer entferntes Verfolgen einer Bodenfährte gezüchtet. Ein hundertprozentig zuverlässiger Freilauf-Gehorsam in der Nähe einer interessanten Spur ist deshalb kaum realistisch zu erreichen — das ist keine Frage von Sturheit, sondern eine strukturelle Eigenschaft der Rasse. Der Rückruf sollte systematisch über eine Ablenkungs- und Distanzhierarchie aufgebaut werden, beginnend in reizarmer Umgebung. Eine sichere, lückenlose Einzäunung ist keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung der Haltung — der Hund folgt einer Spur auch über kleinste Lücken.
Am besten entspricht die ursprüngliche Zuchtbestimmung eine gezielte Kanalisierung des Fährteninstinkts: Nasenarbeit, Fährten- bzw. Mantrailing-Übungen und kontrollierte Suchspiele bieten artgerechte geistige Auslastung und reduzieren gleichzeitig unerwünschtes eigenmächtiges Auffährtegehen im Alltag. Hundeschulen mit Angeboten zu Rückruftraining unter Ablenkung sowie zu Nasenarbeit/Mantrailing sind für diese Rasse besonders empfehlenswert und decken den hohen Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf artgerecht.
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Pflege & Gesundheit
Das kurze, harte, dichte und am Körper gut anliegende Fell der Savetalbracke (2–3 cm, bis 4 cm an Läufen, Bauch und Rutenunterseite) ist pflegeleicht: gelegentliches Bürsten reicht aus, eine professionelle Schur ist nicht nötig. Wichtiger als die Fellpflege ist die regelmäßige, idealerweise wöchentliche Kontrolle und Reinigung der langen Hängeohren — sie schränken die Luftzirkulation im Gehörgang ein, was die in Rasseportalen als mögliche Tendenz genannte Ohrenentzündung erklärt (allgemeine Tendenz, keine rasse-spezifisch bestätigte Disposition).
Die Savetalbracke gilt als robuste, zähe Gebrauchshundrasse: Laut Sekundärquelle (Wikipedia) sind für diese Rasse weder ungewöhnliche Erkrankungen noch besondere Gesundheitsansprüche dokumentiert — ein Befund, der bei der Seltenheit der Rasse allerdings auch mit der geringen Datenbasis zusammenhängt. Kommerzielle Rasseportale (Basepaws, Wamiz) nennen als mögliche, aber nicht rasse-spezifisch belegte Probleme Ohrenentzündungen, Zahnprobleme, Patellaluxation, Hypothyreose, Epilepsie, angeborene Herzfehler und Magendrehung (GDV). Diese Angaben stammen aus Sekundärquellen ohne peer-reviewte Rasse-Studie und werden hier ausdrücklich als unsicher gekennzeichnet; weitere Prüfung empfohlen.
Redaktionelle Einordnung des Lexikons: Die Savetalbracke zeigt keine der für Qualzucht typischen extremen Übertreibungen — kein brachyzephaler Schädel, keine Chondrodystrophie/kurze Gliedmaßen, keine extremen Hautfalten, kein Ridge, keine Zwergwuchs-Selektion. Sie ist eine funktional gezüchtete, mittelgroße Laufhunderasse ohne auffällige anatomische Extreme. Eine Einstufung als Qualzucht nach § 11b TierSchG kommt daher für diese Rasse nicht in Betracht; die abschließende Bewertung im Einzelfall obliegt den zuständigen Behörden.
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Häufige Fragen zum Savetalbracke – Posavatz-Bracke
Kein pauschales Ja oder Nein: Die leichte Abrichtbarkeit und hohe Futtermotivation machen die Grunderziehung über positive Verstärkung vergleichsweise einfach, ein zuverlässiger Freilauf-Rückruf auf einer Fährte gehört aber zu den anspruchsvollsten Trainingszielen überhaupt. Mit realistischen Erwartungen, Grundwissen zu Lerntheorie und einem sicher eingezäunten Garten ist die Rasse gut machbar.
Als selbstständig arbeitender Laufhund mit ausgeprägtem Fährteninstinkt lässt er auf einer heißen Spur andere Sinnesreize, einschließlich Rückrufkommandos, stark in den Hintergrund treten — das ist kein Ungehorsam, sondern ein selektiv gezüchteter sensorischer Fokuszustand.
Nein. Die Rasse steht in keinem der 16 Bundesländer auf einer Rasseliste für gefährliche Hunde — weder bundesweit (HundVerbrEinfG) noch landesrechtlich.
Gering: Das kurze, harte, dichte Fell (2–3 cm) braucht gelegentliches Bürsten, eine Schur ist nicht nötig. Wichtiger ist die regelmäßige Ohrenkontrolle wegen der langen Hängeohren.
Nasenarbeit, Fährten- bzw. Mantrailing und kontrollierte Suchspiele entsprechen der ursprünglichen Bestimmung als Laufhund am direktesten und bieten artgerechte geistige Auslastung — wichtig bei einem so aktiven Jagdhund.
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